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Tantal als Stirnbeinersatz — Erfahrung und Langzeitergebnis

  • S. Zehm
  • T. Heipcke
Conference paper
Part of the Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie book series (PLASTISCHE CHIR, volume 21)

Zusammenfassung

Ausgedehnte Knochendefekte im Stirnbereich gaben vor etwa 20 Jahren Anlaß zur Suche nach einem geeigneten Material, welches sowohl mechanisch wie kosmetisch die Bedingungen einer großen Defektversorgung erfüllt. Tantal, welches bereits in Netzform seit 1942 (Fulcher, 1943) in der Bauchchirurgie verwendet wurde, erwies sich in einer dickeren Beschaffenheit als perforiertes Blech von 0,5 mm Dicke als geeignet, aber in diesem Zustand nicht mehr leicht formbar. Damit die Implantation der Platte wegen der unterschiedlichen Kontur des Stirnbeines ohne große Erschwernis und ohne zeitlichen Aufschub vonstatten gehen kann, ist es unerläßlich, daß bei großen Defektüberbrückungen präoperativ das Implantat fertig geformt ist. Zu diesem Zweck hat sich in enger Zusammenarbeit mit unserer zahnärztlichen Abteilung ein Verfahren bewährt, wonach bei entsprechender Abformung der Stirn die Platte geprägt und den individuellen Verhältnissen angepaßt wird. Das hat den großen Vorteil, daß nur noch vereinzelt und in engen Grenzen die Ränder des Implantates an den Knochen genau angepaßt werden müssen und daß zweitens das metallische Gefüge der Platte selbst durch einen mehrfachen Prägevorgang zusätzlich an Härte gewinnt, wodurch sich die mechanische Widerstandsfähigkeit trotz der perforierten Beschaffenheit noch weiter erhöht. Der anfängliche Einwand, daß sich wegen der subkutanen Lage des Implantates lokale Wärmestauungen mit Kopfschmerzen u.ä. Belästigungen ergeben könnten, hat sich uns in keinem Fall bestätigt. Thermoelektrische Messungen haben übrigens belegt, daß die unter dem Hohlraum der Platte einwachsende Bindegewebsmasse gefäßreich durchwächst und somit der Blutstrom einen lokalen Hitzestau nicht aufkommen läßt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin·Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • S. Zehm
    • 1
  • T. Heipcke
    • 1
  1. 1.HNO-KlinikAllgem. Krankenhaus HeidbergHamburg 62Germany

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