Das Risiko der medizinischen Anwendung jodhaltiger Substanzen am Menschen in einem Jodmangelgebiet

  • B. Glöbel
  • H. Glöbel
  • C. Andres

Zusammenfassung

Erhöhte Jodzufuhr, z. B. durch jodhaltige Medikamente oder andere Substanzen sowie durch unterschiedliche einseitige Lebensgewohnheiten, kann eine Reihe unterschiedlicher unerwünschter lokaler und systemischer Nebenreaktionen verursachen. Fast alle Reaktionen sind als selten oder als vorübergehend zu bezeichnen. Dennoch kann es in einem Land wie der Bundesrepublik Deutschland mit einer Kropfinzidenz von etwa 15%, die durch den allgemein bekannten alimentären Jodmangel in Europa nördlich der Alpen verursacht wird, vorkommen, daß ein höherer Anteil von Personen auf die Erhöhung der Jodzufuhr mit Entgleisung der Schilddrüsenfunktion oder anderen Reaktionen antwortet. Es wurde versucht, Risiken zusammenzustellen, die mit einer Erhöhung der Jodzufuhr korreliert werden können. Sicher sind die meisten dieser Wirkungen nicht durch Jod verursacht, sondern durch Jod ausgelöst oder durch Jod verschlechtert worden. Im allgemeinen handelt es sich um seltene Nebenwirkungen. Aus der Literatur sind sie bekannt als Fallbeschreibungen, die nicht mit der Häufigkeit erhöhter Jodzufuhr in Zusammenhang gebracht werden konnten (Tabelle 1). Als relevant bei der erhöhten Zufuhr von Jod in größeren Bevölkerungsgruppen ist i. allg. nur die Auslösung einer Hyperthyreose oder Hypothyreose zu betrachten. Die Auswirkungen von Jod sind dosisabhängig.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Fühner H (1943) Medizinische Toxikologie. Thieme, LeipzigGoogle Scholar
  2. 2.
    Glöbel B, Glöbel H, Muth H, Oberhausen E (1981) Schilddrüsenfunktion bei normaler und erhöhter Jodzufuhr als Grundlage für die Abschätzung des Risikos der Verwendung von Jodidtabletten im Strahlenschutz. (Zivilschutzforschung). Osang, Bonn 12Google Scholar
  3. 3.
    Heintz R (1972) Erkrankungen durch Arzneimittel, 2. Aufl. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  4. 4.
    Imbur DJ, Bourne RB (1972) Iodine mumps following excretory urography. J Urol 108: 629–630PubMedGoogle Scholar
  5. 5.
    Kohri K, Miyoshi S, Nagahara A. Ohtani M (1977) Bilateral parotid enlargement („Iodide mumps“). Following excretory urography. Radiol 122: 654Google Scholar
  6. 6.
    Kuemmerle HP, GossensN (1975) Klinik und Therapie der Nebenwirkungen. A.T. Verlag, StuttgartGoogle Scholar
  7. 7.
    Ludwig R, Löhs K (1971) Akute Vergiftungen. Fischer, StuttgartGoogle Scholar
  8. 8.
    Oberdisse K, Klein E, Reinwein D (1980) Die Krankheiten der Schilddrüse. Thieme, StuttgartGoogle Scholar
  9. 9.
    Ranke M. Nothjunge J, Mentzel H (1977) Kongenitale Struma bei einem Frühgeborenen nach Amniographie. Monatsschr Kinderheilkd 125: 941–943PubMedGoogle Scholar
  10. 10.
    Talner LB, Lang JH, Brasch RC, Lasser EC (1971) Elevated Salivary Iodine and Salivary gland enlargement due to Iodinated Contrast Media. JAMA 112: 380–382Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin-Heidelberg 1984

Authors and Affiliations

  • B. Glöbel
    • 1
  • H. Glöbel
    • 1
  • C. Andres
    • 1
  1. 1.F. R. 3.6. Biophysik und Physikalische Grundlagen der MedizinUniversität des SaarlandesHomburg/SaarGermany

Personalised recommendations