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Die Rolle des MHC bei der Zellkooperation und der Antikörperbildung

  • Edward S. Golub
Part of the Heidelberger Taschenbücher book series (HTB, volume 220)

Zusammenfassung

Bestimmte Subpopulationen von Lymphozyten mit unterschiedlicher Funktion reagieren mit ganz bestimmten Determinanten des Antigenmoleküls. Um eine Immunantwort hervorzubringen, müssen diese Subpopulationen mit Makrophagen interagieren. Die Mechanismen der zellulären Interaktionen bei der Immunantwort sollen in diesem Kapitel näher untersucht werden. Diese Beobachtung, die vor 10 Jahren große Überraschung auslöste, hat inzwischen zu der Vorstellung von Zellinteraktionsmolekülen (cell interaction moleculs = CI) geführt, d. h. von Molekülen, die von Genen des H-2-Komplexes kodiert sind und die es durch ihre Struktur den Zellen ermöglichen, in Wechselwirkung zu treten. Es werden zwei alternative Mechanismen für die CI-Molekül-Interaktion diskutiert, und zwar einmal eine Interaktion zwischen gleichen Molekülen oder aber eine Interaktion über ein ,,Akzeptor“-Molekül auf einer Zelle. Untersuchungen von Knochenmarkchimären stellten dann jedoch in Frage, daß Histokompatibilität tatsachlich eine Voraussetzung für Zellkooperation darstellt. Daraus entwikkelte sich die Vorstellung einer „adaptiven Differenzierung“. Dieser Begriff besagt, daß sich CI-Moleküle an einen anderen H-2-Typ adaptieren, wenn sie sich im Milieu des anderen H-2-Typs differenzieren. T-Zellen haben Rezeptoren für eigene H-2-Antigene und müssen sowohl mit dem eigenen H-2-Antigen auf dem Makrophagen als auch mit dem Fremdantigen reagieren, urn bei Antikorper-Antworten wirksam zu werden. Dies wurde aus folgenden Beobachtungen geschlossen: T-Zellen und Makrophagen müssen gemeinsame MHC-Antigene besitzen, damit die T -Zellen durch Antigen aktiviert werden können. F1-Tiere besitzen zwei Typen von T-Zellen, von denen jeder mit den Molekülen eines elterlichen Haplotyp reagiert. Die Reaktion der T-Zelle mit den eigenen MHC-Antigenen auf den Makrophagen führt zu klonaler Vermehrung der Zellen, die Rezeptoren für eigene MHC-Antigene tragen. Wenn die T-Zelle auf Antigen trifft, reagiert sie sowohl mit dem Antigen als auch mit MHC-Antigenen auf Makrophagen. Diese Autoreaktivität ist Voraussetzung für Reaktionen gegen Fremdantigen.

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Literatur

Übersichtsarbeiten

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1982

Authors and Affiliations

  • Edward S. Golub
    • 1
  1. 1.LafayetteUSA

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