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Ein in Heidelberg Wiederentdecktes Bienenkundliches Werk aus der Bibliothek Schopenhauers

  • Hans-Reiner Simon
Conference paper
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Part of the Heidelberger Jahrbücher book series (HJB, volume 18)

Zusammenfassung

Bibliotheken von Forschern und Gelehrten geben ein anschauliches Spiegelbild ihrer Interessen, ja ihrer geistigen Einstellung zu Zeit- und Weltproblemen. Leider werden diese für die historische Forschung äußerst wertvollen Belege oft nach dem Tode des Besitzers in alle Winde zerstreut. Verzeichnisse der Bestände bieten einen gewissen Ersatz für das Verlorengegangene, oft aber nur in ungenügender Form, da vielfach der Verbleib von einzelnen Werken unbekannt ist. Das Werk selbst aber wird vielfach geradezu ein Originaldokument zum Wirken eines bedeutenden Besitzers, wenn es handschriftliche Anmerkungen von dessen Hand trägt.

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Literatur

  1. 1).
    Hübscher, Arthur (Herausgeber): Arthur Schopenhauer. Der handschriftliche Nachlaß. 5. Randschriften zu Büchern. Frankfurt (Main): Kramer 1968.Google Scholar
  2. 3).
    Morgenthaler, O.: François Huber und seine Gegner. Schweiz. Bienenztg., N. F., 57, 1934, 515–519.Google Scholar
  3. 4).
    Maurizio, Anna: François Huber, der blinde Bienenforscher. In: Essays in Biohistory (= Regnum Vegetabile, 71, 1970) 145–148.Google Scholar
  4. 5).
    Über die Bedeutung Bonnets als Entomologe vgl. S. 476–486 (Bd. 1) in: Bodenheimer, F. S.: Materialien zur Geschichte der Entomologie bis Linné. Berlin: Junk 1928. — Bonnet ist der Entdecker der Parthenogenese bei Aphiden (Blattläusen). — Zur Wirkungsgeschichte vgl.: Speck, Joh.: Bonnets Einwirkung auf die deutsche Psychologie des vorigen Jahrhunderts. Arch. Gesch. Philosoph., 11, 1898.Google Scholar
  5. 6).
    Jean-Pierre Huber (1777–1840) war ebenfalls entomologisch tätig und veröffentlichte u. a. eine Naturgeschichte der Ameisen: The natural history of Ants. London: Longman 1820. 398 S., 2 Taf. — Ebenfalls ein Beweis für die Sorgfalt von F. Huber ist die Nachvollziehung von Experimenten Réaumurs über die Biene. Huber schreibt (Bd. 1, Vorw.): „Wir beobachteten die Bienen in Glasstöcken, wiederholten sämtliche Versuche Réaumurs und erhielten ganz dieselben Ergebnisse...“Zit. Réaumur s. Anm. 11.Google Scholar
  6. 7).
    Morgenthaler, O.: Zum 100. Todestag des blinden Bienenforschers François Huber. Schweiz. Bienenztg., N. F. 54, 1931, 557–563.Google Scholar
  7. 8).
    Vgl. dazu: Abendroth, W.: Arthur Schopenhauer in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Hamburg: Rowohlt 1967, S. 21.Google Scholar
  8. 9).
    Vgl. Hübscher (Anm. 1), S. XII: „Die vorderen Deckel der Bücher tragen meistens das Exlibris, das sein Familienwappen in reicher Rokoko-Ornamentik zeigt.“Google Scholar
  9. 9a).
    Vgl. Hübscher (Anm. 1), S. XXXI.Google Scholar
  10. 10).
    Vgl. „Dem Andenken an Otto Bütschli“. In: Die Naturwissenschaften 8, 1920, Heft 28: Rhumbler, L.: Otto Bütschlis Wabentheorie, S. 549–555. — Hartmann, M.: Otto Bütschli und das Befruchtungs- und Todproblem, S. 555–558. — Hamburger, C.: Otto Bütschli als Protozoenforscher, S. 559–561. — Spek, J.: Über Bütschlis Erklärung der karyokinetischen Figur, S. 561–562. — Freundlich, H.: Otto Bütschli als Kolloidchemiker, S. 562–564. — Goldschmidt, V.: Otto Bütschlis Verhältnis zur Kristallographie und Mineralogie, S. 564 bis 567. — Vom 4. 5. — 17. 7. 1964 wurde in der Univ.-Bibliothek Heidelberg eine Bütschli-Ausstellung veranstaltet. — Eine neuere Biographie bringt W. Willer: Otto Bütschli. In: Ruperto-Carola, Heidelberg, 41, 1967, 329–334. — Ausführlich über sein Leben berichtet sein Schüler R. Goldschmidt: Otto Bütschli 1848–1920. Die Naturwissenschaften 8, 543 bis 549.Google Scholar
  11. 11a).
    Dies läßt sich auch ableiten aus den wertvollen älteren Monographien zur Zoologie, die Bütschli der Bibliothek des Zoologischen Instituts überließ. In der Abt. Ra lassen sich heute noch zahlreiche Bände nachweisen; die wichtigsten sind: Adams, George: Essays on the Microscope. London: Robert Hindmarsh 1787.Google Scholar
  12. 11b).
    Text- und Tafelband. — Baer, Karl Ernst v.: Über die Entwicklungsgeschichte der Thiere. Königsberg: Gebr. Bornträger 1828 (Eintrag Bütschlis: „1869. — Bütschli“. Wahrscheinlich das Erwerbungsjahr).Google Scholar
  13. 11c).
    Blumenbach, J. F.: De generis humani varietate nativa. Goettingae: Vandenhoek [1775].Google Scholar
  14. 11d).
    Cuvier, G.: Vorlesungen über vergleichende Anatomie. Leipzig: Gotthelf Kummer 1809/10. 4 Bände, 1 Band alphabet u. syst. Register (1824).Google Scholar
  15. 11e).
    Dujardin, Felix: Nouveau manuel complet de l’observateur au microscope. Paris: Roret 1842 (Atlas und Textband).Google Scholar
  16. 11f).
    Kölliker, Albert: Entwicklungsgeschichte der Cephalopoden. Zürich: Meyer und Zeller 1844.Google Scholar
  17. 11g).
    Müller, Joh. und Troschel, Franz Herrmann: Handbuch der Physiologie des Menschen. Coblenz: J. Hölscher 1833 I, 1; 1834 I, 2; 1837 II, 1, 2, 3.Google Scholar
  18. 11h).
    Reaumur, R. A. de: Mémoires pour servir à l’histoire des insectes. Paris: Imprimerie Royale 1734–42. 6 Bände.CrossRefGoogle Scholar
  19. 11i).
    Spallanzani, L.: Versuche über die Erzeugung der Thiere und Pflanzen. Leipzig: G. J. Göschen 1786.Google Scholar
  20. 12).
    R. Leuckart (7. 10. 1822 – 6. 2. 1898) arbeitete auch über die Entwicklung der Insekten (Abh. naturf. Ges. Halle, 4, 1858, 145–226) und auch speziell über die Biene: Sur le Arrénotokie et la Parthenogenese des Abeilles et des autres Hyménoptères qui vivant en societé. Bull. Acad. Bruxelles, Ser. 2, 3, 1857, 200–204.Google Scholar
  21. 13).
    Bütschli, O.: Zur Entwicklungsgeschichte der Biene. Z. wiss. Zool, 20, 1870, 519 bis 564. 4 Taf. (XXIV-XXVII).Google Scholar
  22. 15).
    vgl. Abendroth (Anm. 8).Google Scholar
  23. 16).
    vgl. R. Goldschmidt: Otto Bütschli 1848–1920. Die Naturwissenschaften 8, 1920, 543–549.CrossRefGoogle Scholar
  24. 17a).
    Driesch, H.: Handbuch der Philosophie. 2. Liefrg., Abt. II, Beitr. B, 95 S. 1926. (Zit. S. 63). Dieser Aussage kommt besondere Bedeutung zu, da Driesch sowohl Biologe als auch Philosoph war. (Geb. 1867, gest. 1941. Schüler von Ernst Haeckel. Seit 1905 wandte er sich der Philosophie zu. Prof. der Philosophie ab 1911 in Heidelberg, 1920 in Köln, ab 1921 in Leipzig. Bibliographie seiner Schriften in: Z. f. philosoph. Forschung 1, 1947).Google Scholar
  25. 17b).
    Driesch hat sich intensiv mit den Werken Schopenhauers auseinandergesetzt: Driesch, H.: Schopenhauer als Vorbild. 25. Jb. d. Schopenhauer-Ges., 1938, 133–137.Google Scholar
  26. 18).
    Über Schopenhauers biologische Thesen vgl.: Canella, M. F.: Verita biologiche nel pensiero di Schopenhauer. 25. Jb. d. Schopenhauer-Ges., 1938, 222–237.Google Scholar
  27. 19).
    Hübscher (Anm. 1), S. XVIII.Google Scholar
  28. 20).
    Hübscher (Anm. 1), S. XVIII. — Blumenbach war seit 1778 Professor der Medizin in Göttingen. Berühmt war seine Vorlesung: „...Blumenbach die seltene Gabe besaß, Studierende jeden Faches für seine Vorträge zu fesseln und daß er allen, die je in Göttingen den Studien oblagen, ein Lehrer geworden war... Er gehörte zu den letzten Universal-Gelehrten und Forschern.“Zit. nach: Károlyi, L. V.: Der Naturforscher Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840) und sein Wirken in Göttingen. Göttinger Jb., 1971, 113–130.Google Scholar
  29. 21).
    Károlyi, L. v.: Johann Friedrich Blumenbach (1752–1840), der Naturforscher und seine physiologischen Schriften. S. V-XX in: Johann Friedrich Blumenbach: Über den Bildungstrieb und das Zeugungsgeschäft. Mit einem Vorwort und Anmerkungen von L. v. Károlyi. Stuttgart: Fischer 1971. — Dieses Werk Blumenbachs hat Schopenhauer besessen, und zwar die 3. Aufl. von 1791 (vgl. Hübscher (Anm. 1), Nr. 778 (S. 239)). In: „Die Welt als Wille und Vorstellung“(Leipzig: Brockhaus 1819) findet sich auf S. 168/69 ein Nachweis über den Bildungstrieb als Ausdruck des Willens. Im Zusammenhang mit der Objektivation des Willens ist in der gleichen Ausgabe (S. 233) auch die Honigbiene erwähnt: „...die Ameise, der Hamster, die Biene sammeln Vorräthe zu dem ihnen unbekannten Winter.“Google Scholar
  30. 22).
    Hübscher (Anm. 1), S. XVIII.Google Scholar
  31. 23).
    Vgl. Wagner, G. F.: Encyklopädisches Register zu Schopenhauers Werken. Karlsruhe: Braun 1909. 597 S.Google Scholar
  32. 24).
    Eine Durchsicht der Wagnerschen Encyklopädie (Anm. 23) erbrachte 22 erwähnte Insektenformen. Sie verteilen sich auf die folgenden Gruppen (in Klammern dahinter, wie oft sie von Schopenhauer erwähnt sind): Ameisen (11), Ameisenlöwe (4), Aphis (2), Biene (20), Bombex (sic!) (2), Chrysalis (2), Fliege (10), Floh (2), Grillen (1), Hirschschröter (2), Hummel (1), Ichneumoniden (3), Insekten (49), Insektengesellschaft (1), Lampyris (1), Laus (4), Necrophorus (2), Phtheriasis (1), Raupen (6), Schmetterlinge (4), Wanzen (1), Wespe (4).Google Scholar
  33. 25).
    Kirby, W. & W. Spence: An introduction to Entomology, or Elements of the Natural History of Insects. London: Longman. 4 Bde. I (1815), II (1817), III und IV (1826).Google Scholar
  34. 28).
    Die deutschen Zitate erfolgen, nach Vergleichung mit dem französischen Original, nach: Franz Hubers Neue Beobachtungen an den Bienen. Deutsch mit Anmerkungen von Georg Kleine, Pastor zu Lüethorst. Zweite, durch Zusätze und Register vermehrte Auflage. 1. Band. Mit vier Stahlstichtafeln. Einbeck: 1867. H. Ehlers. 328 S. — 2. Band. Mit zwölf Stahlstichtafeln. Einbeck: 1869. H. Ehlers. 300 S. Zwei Bände in einem.Google Scholar
  35. 29).
    Alle Zitate nach: Arthur Schopenhauers sämtliche Werke. Herausg. von J. Frauenstädt. 2. Aufl., Bd. 1–6. Leipzig 1877.Google Scholar
  36. 30).
    In diesem Werk Schopenhauers finden sich 11 Bemerkungen über die Bienen, also weitaus die meisten.Google Scholar
  37. 31).
    vgl. Anm. 23.Google Scholar
  38. 32).
    Die Welt als Wille und Vorstellung, S. 191: „... die Bienen sammeln Vorräte zu dem ihnen unbekannten Winter...“; S. 65: „Eines eigentlichen Vorsatzes nämlich ist kein Tier fähig... Instinkt der Bienen...“; S. 619:...„Die Biene ihren künstlichen Bau“; S. 403: „Die wundervolle und künstliche Arbeitsamkeit der Bienen...“; S. 50: „Wie die Bienen die Drohnen töten, nachdem diese ihre Dienste geleistet haben.“Google Scholar
  39. 33).
    Ausführlich dazu: Lorenz, K.: Über tierisches und menschliches Verhalten. Aus dem Werdegang der Verhaltenslehre. Bd. 1 u. 2. München: Piper 1965. Die hier angeschnittene Frage wird dargestellt in: Über die Bildung des Instinktbegriffes (Bd. 1, S. 283–342) und Induktive und teleologische Psychologie (Bd. 1, S. 380–401).Google Scholar
  40. 34).
    Auch eine „Bienen-Theologie“wurde von Anhängern dieser Richtung entwickelt, z. B.: Schirach, A. G.: Melittotheologia; die Verherrlichung des Schöpfers aus der wundervollen Biene. Dresden 1767.Google Scholar
  41. 35).
    Hauptsächlich in Parerga und Paralipomena (zuerst erschienen 1851) geht er auf diese Fragen ein. In diesem Werk finden sich 5 Zitate zum Bienenstaat.Google Scholar
  42. 36).
    vgl. Anm. 8.Google Scholar
  43. 38).
    vgl. Wundt, W.: Grundriß der Psychologie. Leipzig: Engelmann. 5. Aufl. 1902.Google Scholar
  44. 39).
    vgl. Frisch, K. v.: Tanzsprache und Orientierung der Bienen. Heidelberg: Springer 1965.Google Scholar
  45. 40).
    Gruhle, H. W.: Verstehende Psychologie. Stuttgart: Thieme 1948. (Zit. S. 330).Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1974

Authors and Affiliations

  • Hans-Reiner Simon

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