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Die Einräumung von Vertretungs- und Geschäftsführungsbefugnissen in Personenhandelsgesellschaften an gesellschaftsfremde Personen

  • Klaus Dellmann

Zusammenfassung

Die Ausgestaltung von Gesellschaftsverträgen bei Personengesellschaften wird immer variationsreicher. Um den Anforderungen der modernen industriellen Wirtschaft und individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist es in der Praxis mehr und mehr üblich geworden, Elemente aus unterschiedlichen Gesellschaftsformen zu vermischen sowie sonstige Typendehnungen einzuführen, d. h. eine Gesellschaftsform auf ursprünglich nicht vorgesehene geschäftliche Zwecke auszuweiten. Gleichzeitig häufen sich die Fälle, in denen Rechtsprechung 1 und Schrifttum 2 prüfen, ob spezielle — unter Berufung auf die im Personengesellschaftsrecht geltende Vertragsfreiheit — gewählte Bestimmungen eines Gesellschaftsvertrages oder Gestaltungen einer Gesellschaftsform rechtswirksam sind. Hierbei wird die grundsätzliche Frage nach den Grenzen der Vertragsfreiheit im Personengesellschaftsrecht angesprochen und eine Entwicklung sichtbar, der eine nur durch zwingendes Recht und das Verbot der Sittenwidrigkeit begrenzte Gestaltungsfreiheit zu weitgehend erscheint 3.

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Literatur

  1. 3.
    H. P. Westermann a.a.O. (Fn. 2) weist im Vorwort darauf hin, daß z. Zt. „eine Entwicklungsphase des Gesellschaftsrechts“ feststellbar sei, „die sich durch das Bemühen um die Grenzen der Vertragsfreiheit und um die grundlegenden Strukturprobleme der Verbandstypen kennzeichnet”.Google Scholar
  2. 4.
    So auch Nitschke, a.a.O. (Fn. 2), S. B.Google Scholar
  3. 5.
    H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 162.Google Scholar
  4. 6.
    Huecr, Das Recht der offenen Handelsgesellschaft, 1964, S. 193; weitere Literaturnachweise bei Wiedemann, Die Übertragung und Vererbung von Mitgliedschaftsrechten bei Handelsgesellschaften, München-Berlin 1965, S. 32, Anm. 2.Google Scholar
  5. 7.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 142 f., 176.Google Scholar
  6. 8.
    a.A. Wiedemann, a.a.O. (Fn. 6), S. 35, der Vertretungsmacht und Geschäftsführungsbefugnis nicht zu den Verwaltungsrechten zählt, die Organstellung vielmehr als ein Amt kennzeichnet. Insoweit ablehnend Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 176.Google Scholar
  7. 9.
    Die Beteiligung Dritter an den sonstigen Verwaltungsrechten ist in der bereits erwähnten Monographie von Nitschke (Fn. 2), neben anderen Themen ausführlich abgehandelt worden.Google Scholar
  8. 10.
    Schopp, Rechtspfleger 1963, S. 188, Anm. 18.Google Scholar
  9. 13.
    Vgl. Nitschke, a.a.O. (Fn. 2), S. 214, 215.Google Scholar
  10. 14.
    Wiedemann, a.a.O. (Fn. 6), S. 277; Siebert, StBJB 1955/56, S. 299, 320 f.; Weipert, JR 1954, 60; Baumbach-Duden, § 109, Anm. 6 A; Soergel/Schultze v. Lasaulx, 10. Aufl. 1968, § 717, Anm. 6.Google Scholar
  11. 16.
    Entsprechendes soll auch im Rahmen eines Abberufungsprozesses gelten, so z. B. Hueck, a.a.O. (Fn. 6), S. 218; H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 458; Reiff, NJW 1964, S. 1940, 1942; Wiedemann, a.a.O. (Fn. 6), S. 375; zweifelnd Fischer, Anmerkung zu BGH LM 8, 9, 10 zu § 140 HGB.Google Scholar
  12. 18.
    H. P. Westermann, a.a.O., und Teichmann, a.a.O. (Fn. 2).Google Scholar
  13. 20.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 7, 118.Google Scholar
  14. 21.
    Scheuerle, Das Wesen des Wesens, AcP 163, 429.Google Scholar
  15. 22.
    Nitschre, a.a.O. (Fn. 2), S. 216 f., 238 f.Google Scholar
  16. 23.
    Paijlick, Die eingetragene Genossenschaft als Beispiel gesetzlicher Typenbeschränkung. Zugleich ein Beitrag zur Typenlehre im Gesellschaftsrecht. Tübingen 1954, S. 84; Haupt-Reinhardt, Gesellschaftsrecht, 4. Aufl., Tübingen 1952, § 22 III.Google Scholar
  17. 24.
    J. V. Gierke, Handelsrecht und Schiffahrtsrecht S. Aufl., Berlin 1958, S. 207.Google Scholar
  18. 25.
    Vgl. die eingehende Darstellung hierzu bei Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 9 ff. (vornehmlich unter dem allgemeinen Gesichtspunkt, inwieweit eine Einschränkung der Vertragsfreiheit aus Gesichtspunkten der Wirtschaftsverfassung und Gesamtrechtsordnung möglich ist); H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 88 if., 272 ff.Google Scholar
  19. 26.
    Kuhn, Strohmanngründungen bei Kapitalgesellschaften, Tübingen 1964, S. 48. KusIN spricht in diesem Zusammenhang vom Kapitalgesellschaftsrecht; nach seiner Meinung ist eines der Grundprinzipien der kapitalgesellschaftsrechtlichen Typenordnung ebenfalls der mit der verteilten Lenkungsmacht korrespondierende Ausschluß der Haftung der Gesellschafter.Google Scholar
  20. 27.
    Kuhn, a.a.O. (Fn. 26), S. 48, 169.Google Scholar
  21. 28.
    Vgl. die bei Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 126, Anm. 132, hierzu aufgeführten Literaturnachweise.Google Scholar
  22. 29.
    Sandrock, Grundbegriffe des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, München 1968, S. 41, 49, 52 f.; H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 274, 91 f.Google Scholar
  23. 33.
    So auch Kuhn, a.a.O. (Fn. 26), S. 49; Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 12.Google Scholar
  24. 34.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 118 f.; H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 332.Google Scholar
  25. 35.
    Ein von Nitschke, a.a.O. (Fn. 2), S. 251, gebrachtes Beispiel.Google Scholar
  26. 36.
    H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 280.Google Scholar
  27. 38.
    Vgl. insoweit auch H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 337 i. Vbdg. mit S. 262 ff.Google Scholar
  28. 39.
    Schlegelberger-Gessler, a.a.O. (Fn. 11), S 125, Anm. 11.Google Scholar
  29. 40.
    Reinhardt, Die Fortentwicklung des Rechts der offenen Handelsgesellschaft und Kommanditgesellschaft, Zeitschrift des Bernischen Juristenvereins 103, 329, 353.Google Scholar
  30. 41.
    Wiedemann, a.a.O. (Fn. 6), S. 374.Google Scholar
  31. 42.
    So auch Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 124.Google Scholar
  32. 44.
    So auch Mertens, Die Einmann-GmbH & Co. KG und das Problem der gesellschaftsrechtlichen Grundtypenvermischung, NJW 1966, S. 1049, 1051.Google Scholar
  33. 45.
    H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 342, 445 ff.Google Scholar
  34. 47.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 250, 251.Google Scholar
  35. 48.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), § 17.Google Scholar
  36. 49.
    Teichmann, a.a.O. (Fn. 2), S. 191, 196. so Gessler in ZHR 1971, 90ÌŸ.Google Scholar
  37. 51.
    Eine umfassende Zusammenstellung von Rechtsprechungs-u. Literaturnachwei-sen gibt zu dieser Frage H. P. Westermann, a.a.O. (Fn. 2), S. 329 f., Anm. 8 b.Google Scholar
  38. 52.
    BGHZ 17, 392, 394; 51, 198, 201; sowie die von Nitschke, a.a.O. (Fn. 2), S. 259, Anm. 17, aufgeführte weitere Rechtsprechung und Literatur.Google Scholar
  39. 53.
    Nitschre, a.a.O. (Fn. 2), S. 259.Google Scholar
  40. 59.
    So auch die Fragestellung von Nrrscxxe, a.a.O. (Fn 2), S. 262.Google Scholar

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© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • Klaus Dellmann

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