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Zusammenfassung

Bis in die Mitte der 50-er Jahre sahen die Satzungen der deutschen Aktiengesellschaften in der Regel vor, alljährlich einen der Dauer der Amtsperiode des Aufsichtsrats entsprechenden Teil der Mitglieder neu wählen zu lassen. Man versprach sich davon eine bessere Kontinuität der Arbeit im Aufsichtsrat. Der Turnus brachte es mit sich, daß meist nur die Neuwahl von 1, 2, höchstens 3 Mitgliedern auf der Tagesordnung der ordentlichen Hauptversammlung stand. Die Notwendigkeit, diesen Turnus auch auf die von den Arbeitnehmern nach dem BetrVerfG gewählten Aufsichtsratsmitglieder zu übertragen 1 und damit die ganze Prozedur der Aufsichtsratswahlen durch die Belegschaft alle ein oder zwei Jahre durchführen zu lassen, veranlaßte, daß seit Mitte der 50-er Jahre fast alle Gesellschaften von einem turnusmäßigen alljährlichen Ausscheiden von Aufsichtsratsmitgliedern Abstand nahmen. Zu dieser Entscheidung wirkte mit, daß die alljährliche Diskussion über die Aufsichtsratszusammensetzung angesichts der immer selbstbewußter auftretenden Oppositionsgruppen in der Hauptversammlung als Belastung empfunden wurde 2. Das führte dazu, daß bei der nur alle 4 oder 5 Jahre stattfindenden Aufsichtsratswahl jeweils wesentlich mehr Personen zu wählen waren, bei größeren Gesellschaften mit einem Kapital von über DM 20 Mio. bis zu 14 Personen. Die Durchführung dieser Wahl, müßte sie für jedes einzelne Mitglied gesondert erfolgen, würde in großen Hauptversammlungen, in denen für jede einzelne Wahl Stimmkarten abgegeben, eingesammelt und ausgewertet werden müssen, erhebliche Zeit in Anspruch nehmen.

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Literatur

  1. 2.
    Möring-Schwartz-Rowedder-Haberlandt, Die Aktiengesellschaft und ihre Satzung, 2. Aufl., 1966, S. 123Google Scholar
  2. 10.
    Die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft, 3. Aufl., 1967, S. 254Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin · Heidelberg 1972

Authors and Affiliations

  • Carl Hans Barz

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