Die künstlieh dargestellten Riechstoffe

  • Carl Graebe

Zusammenfassung

Aus dem Pflanzen- und Tierreich stammende Substanzen sind ihres Wohlgeruchs wegen schon im hohen Altertum zu ausgedehnter Anwendung gekommen. Aber erst seit Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden künstlich dargestellte Verbindungen in die Parfümerie eingeführt. Einer der ersten derartigen Stoffe war das Nitrobenzol, von dem der Entdecker, Mitscherlich, schon 1833 angegeben hatte, daß es „einen Geruch besitzt, der zwischen dem von Bittermandelöl und Zimmtöl liegt“. Untersuchungen über Buttersäure, Valerian-säure und Amylalkohol hatten zu Beginn der vierziger Jahre zur Darstellung von Estern geführt, die einen angenehmen, an Früchte erinnernden Geruch zeigten. Gegen Ende dieses Jahrzehnts hat darauf die Industrie begonnen, jene Beobachtungen zu verwerten und auf der Londoner Ausstellung waren 1851 verschiedene derartige Präparate zu sehen. A. W. Hofmann als Jurymitglied hat dieselben untersucht und mitgeteilt1): „Die künstliche Erzeugung aromatischer Öle für die Zwecke der Industrie kann erst seit wenigen Jahren im Gange sein.“Über die Zusammensetzung der ausgestellten Präparate hat er angegeben, daß das sogenannte „Pear Oil (Birnöl)“aus essigsaurem Amyloxyd, das „Äpfelöl (apple-oil)“aus valeriansaurem Amyl-oxyd, das „Ananasöl (pine apple-oil)“aus buttersaurem Äthyl bestehen.

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Literatur

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© Julius Springer in Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • Carl Graebe

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