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Der β-Zerfall

  • Lise Meitner
  • Max Delbrück

Zusammenfassung

Beim radioaktiven β-Zerfall, d. h. der spontanen Aussendung eines positiven oder negativen Elektrons durch den Kern, liegen die Dinge noch lange nicht so klar wie beim α-Zerfall. Das Problem liegt vor allem darin, den Zusammenhang zwischen den Zerfallskonstanten, den Energien und der Struktur der emittierenden Kerne zu ermitteln. In mancher Hinsicht zeigt die β-Strahlung mehr Verwandtschaft mit der γ-Strahlung, d. h. der Aussendung von Lichtquanten. Nur ist die Lebensdauer der β-Strahler um viele Zehnerpotenzen größer als die der nur energetisch angeregten Kernzustände. Sie liegt im allgemeinen zwischen einigen Sekunden und einigen Jahren. Die Analogie zur Aussendung von Lichtquanten liegt vor allem darin, daß es sich, wie schon im ersten Teil erwähnt, auch bei der β-Strahlung als vorteilhaft erwiesen hat, die herauskommenden Teilchen, nämlich die Elektronen, als beim Zerfall entstanden zu denken. Auch bei einem angeregten Wasserstoffatom sagen wir ja nicht, das Atom bestehe aus einem Kern, einem Elektron und einem Lichtquant, sondern wir stellen uns vor, daß das Lichtquant erst beim Übergang des Atoms zwischen zwei angeregten Zuständen entsteht.

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© Julius Springer in Berlin 1935

Authors and Affiliations

  • Lise Meitner
  • Max Delbrück

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