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Absorption und Anregung von Spektrallinien

  • Neils Bohr

Zusammenfassung

Die dargelegte Auffassung der Entstehung der Spektren erwies sich ferner als geeignet, eine Erklärung der eigentümlichen Gesetze zu liefern, welche die Absorptionsspektren der Elemente beherrschen. Wie schon von Kirchhoff und Bunsen nachgewiesen wurde, gibt es eine genaue Beziehung zwischen der selektiven Absorption der Elemente für Strahlung und ihren Emissionsspektren, ein Umstand, auf den die Anwendung der Spektralanalyse auf die Himmelskörper wesentlich gegründet ist. Es war indessen vom Standpunkt der klassischen Theorie aus unverständlich, warum die Elemente in Dampfform für gewisse der Linien im Emissionsspektrum Absorption zeigten und für andere nicht. Auf Grund der Postulate werden wir jedoch dazu geführt, anzunehmen, daß Absorption von Strahlung, die einer Spektrallinie entspricht, welche beim Übergang vom stationären Zustand eines Atoms zu einem Zustand mit kleinerer Energie ausgesandt wird, durch die Zurückführung des Atoms vom letztgenannten Zustand zum ersteren unter Energieaufnahme bedingt ist. Wir verstehen deshalb unmittelbar, daß ein Dampf oder Gas unter gewöhnlichen Umständen selektive Absorption nur für solche Spektrallinien zeigt, die bei einem Übergang aus einem Zustand, der einem früheren Stadium des Bindungsprozesses entspricht, in den Normalzustand entstehen. Erst bei höherer Temperatur oder unter dem Einfluß von elektrischen Entladungen, wobei stets eine beträchtliche Anzahl von Atomen aus dem Normalzustand gebracht ist, können wir in Übereinstimmung mit der Erfahrung für andere Linien im Emissionsspektrum Absorption erwarten.

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© Verlag Von Julius Springer 1924

Authors and Affiliations

  • Neils Bohr

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