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Zielgerichtetes Handeln. Zum Problem der ontologischen und semantischen Interpretation echter materialer teleologischer Erklärungen

  • Wolfgang Stegmüller
Chapter
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Part of the Probleme und Resultate der Wissenschaftstheorie und Analytischen Philosophie book series (STEGMÜLLER SA, volume 1 / E)

Zusammenfassung

Teleologische Erklärungsversuche sind nach einer früheren Charakterisierung dadurch ausgezeichnet, daß als Antwort auf eine Warum-Frage nicht ein Weil-Satz, sondern ein Um-zu-Satz geliefert wird. Die bekannteste und gebräuchlichste Klasse von Fällen, in denen wir diese Art von Antwort geben, liegt vor, wenn wir uns auf Intentionen menschlicher Wesen beziehen. Man sagt, daß das menschliche Handeln zielgeleitet sei. Damit ist gemeint, daß die menschlichen Handlungen zumindest vorwiegend bestimmt werden durch Gedanken, Wünsche und Entschlüsse, die auf die Zukunft gerichtet sind. Wir fassen alle diese Fälle unter dem Begriff der zielbewußten Intention zusammen. Wo ein zielbewußtes Handeln vorliegt, ist ein gegenwärtiges Geschehen nicht durch künftige Ereignisse bestimmt, sondern durch Motive handelnder Personen, die mit diesem Geschehen parallel verlaufen oder ihm vorangehen. Bleibt man im Einklang mit dem normalen Sprachgebrauch, so kann von Zielen nur dort die Rede sein, wo Zielsetzungen vorgenommen werden. Dann aber sind teleologische Erklärungen, in denen man sich auf Ziele als Erklärungs-instanzen beruft, nur verschleierte Formen von kausalen Erklärungen. Teleologie in diesem Sinn ist Motivkausalität. Der Begriff der zielbewußten Intention gestattet uns, die causa finalis als einen Spezialfall der causa efficiens zu deuten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Stegmüller
    • 1
  1. 1.GräfelfingDeutschland

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