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Kulturelles Lernen im Auraverlust

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Part of the Ethische Ökonomie. Beiträge zur Wirtschaftsethik und Wirtschaftskultur book series (ETH.ÖKO., volume 2)

Zusammenfassung

Gegenüber der Aufklärungsphilosophie hatte bereits Hölderlin eine „höhere Aufklärung“ eingefordert, die die klassische Vernunftkritik positiv aufhebt, indem sie das Argument von Lebensweisen einführt, die zugleich universell und kontextgebunden sein können:49

„Wir haben wirklich aus den feineren, unendlicheren Beziehungen des Lebens zum Teil eine arrogante Moral, zum Teil eine eitle Etikette oder auch eine schale Geschmacksregel gemacht und glauben uns mit unseren eigenen Begriffen aufgeklärter als die Alten, die jene zarten Verhältnisse als religiöse, das heißt als solche Verhältnisse betrachteten, die man nicht sowohl an und für sich, als aus dem Geist betrachten müsse, der in der Sphäre herrsche, in dem jene Verhältnisse stattfinden.“

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Notes

  1. 49.
    „Über Religion“, in: Sämtliche Werke und Briefe 2, Berlin/Weimar (Aufbau Verlag) 1970, S. 385 f. Zu diesem „Aufklärungsdilemma“ vgl. weiterhin W. Engler: Selbstbilder (1992), S. 191–194, sowie W. Klein/W. Naumann-Beyer (Hrsg.): Nach der Aufklärung? Beiträge zum Diskurs der Kulturwissenschaften, Berlin (Akademie Verlag) 1995.Google Scholar
  2. 50.
    Insofern greift H. Kimmerle auf eine „dialogische Inter- und Transdiskursivität“ mit B. Waidenfels zurück, die gefühlsmäßige, atmosphärische und ästhetische Dimensionen ebenso sieht wie „von außen kommende Machtverhältnisse und ihre Verschiebungen“. Vgl. Philosophie in Afrika (1991), S. 238.Google Scholar
  3. 51.
    Was heißt sprechen? Die Ökonomie des sprachlichen Tausches, Wien (Herold) 1990, S. 88 f. Vgl. Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1987.Google Scholar
  4. 52.
    Vgl. W. Engler, Selbstbilder (1992), 187 ff.Google Scholar
  5. 53.
    Vgl. nochmals zu den relativ-diskursethischen Rationalitätstypen in „befreiungsphilosophischer“ Sicht R. Fornet-Betancourt: „Skizzierungen einiger Grundvoraussetzungen“ (1990), hier bes. S. 15 ff.; H. Kimmerle: Philosophie in Afrika (1991), S. 60 ff.; „Afrikanische Philosophie als Weisheitslehre?“, in: R. A. Mall/D. Lohmar (Hrsg.): Philosophische Grundlagen der Interkulturalität (1993). Zur vollen Integration mündlicher Traditionen in einen philosophischen Diskurs bereits A. Jacob (Hrsg.): Encyclopédie Philosophique Universelle I (1988), S. 1466 ff.Google Scholar
  6. 54.
    Vgl. P. W. Dias: „Interkulturelles Lernen und Handeln im Spannungsfeld zwischen kultureller Verwurzelung und Universalität des Denkens“, in: U. Schmid (Hrsg.): Kulturelle Identität und Universalität. Interkulturelles Lernen als Bildungsprinzip (Pädagogik: Dritte Welt Jahrbuch 1986), Frankfurt a. M. (IKO Verlag) 1987, S. 25–34; G. Auernheimer: Einführung in die interkulturelle Erziehung, Darmstadt (Wissenschaftl. Buchgesellschaft) 21995. Hierin werden unter anderem Eingliederungsprozesse, bikulturelle Erziehung und kulturelle Identität besprochen.Google Scholar
  7. 55.
    Vgl. M. A. C. Otto: Der Ort. Phänomenologische Variationen, Freiburg/München (Alber) 1992, § 31: „Der gute Ort“ (S. 120 ff.).Google Scholar
  8. 56.
    Vgl. M. Henry, „Das Leben und die Republik“, in: M. Henry: Radikale Lebensphänomenologie (1992), S. 293–326; Je suis la Vérité. Philosophie du christianisme, Paris (Seuil) 1996, Kap. 1–2, über dieses lebensphänomenologische (und das heißt unter anderem nichthermeneutische) Geschichts-, Sprach-und Wahrheitsverständnis.Google Scholar
  9. 57.
    Dies ist beispielsweise die Sichtweise von J.-F. Lyotard: Der Widerstreit, München (Fink) 1987, S. 215 ff. Zur Diskussion vgl. unter anderem W. Reese-Schäfer/B. H. F. Taureck (Hrsg.): Jean-François Lyotard, Cuxhaven (Junghans) 21990; Th. Freyer: „Zwischen Totalität und Unterbrechung. Theologische Anmerkungen zur Zeitauffassung von J.-F. Lyotard“, in: Jahrbuch für Philosophie des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover, 5 (1994), S. 32–54.Google Scholar
  10. 58.
    Vgl. F. Choay u. a. (Hrsg.): Le sens de la ville, Paris (Seuil) 1972 (engl. Orig.: Meaning in Architecture, London 1969); L. Lauritzen (Hrsg.): Städtebau der Zukunft, Düsseldorf/Wien (Econ) 1970, bes. S. 171 ff.: „Interdisziplinäre Aspekte“.Google Scholar
  11. 59.
    Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1976, S. 285. Vgl. zu Foucaults Kulturanalyse nochmals die Untersuchung von W. Berger: Das Bedürfnis und sein Schatten (1992), S. 150 ff.Google Scholar
  12. 60.
    Vgl. Immaterialität und Postmoderne, Berlin 1985, S. 38 f.Google Scholar
  13. 61.
    Vgl. Radikale Lebensphänomenologie (1992), S. 274–292: „Die abstrakte Malerei und der Kosmos (Kandinsky)“.Google Scholar
  14. 62.
    Für die Übereinstimmungen und Veränderungen gegenüber der Soziologie der 20er Jahre vgl. W. Engler: Selbstbilder (1992), S. 225 ff.; ebenfalls C.-F. Geyer: Einführung in die Philosophie der Kultur (1994), S. 23–52, der stark den modernen Abbau des Transzendentalismus aus der älteren „Kulturphilosophie“ hervorhebt.Google Scholar
  15. 63.
    Sexualität und Wahrheit II: Der Gebrauch der Lüste, Frankfurt a. M. (Suhrkamp) 1984, S. 15 f.Google Scholar
  16. 64.
    Vgl. Sur la science, Paris (Gallimard) 1966, S. 240 f., 332 f., wohinter unausgesprochen die Korrelation von Glück-und Realitätsempfinden nach Spinoza steht, der in diesem Zusammenstimmen auch den „Frieden“ sah, dessen äußere Ermöglichung andererseits das Hauptziel staatlicher Existenz sein soll. Im übrigen ist die Vorwegnahme vieler kritischer Themen der Postmoderne bei S. Weil nicht zu übersehen; vgl. daher die wichtige analytische Untersuchung Wittgensteinscher Prägung bei P. Winch: Simone Weil — „The Just Balance“, New York u. a. (Cambridge University Press) 1989.Google Scholar

Copyright information

© Physica-Verlag Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Philosophie derUniversität WienWienGermany

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