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Defensivmedizin in der Frauenheilkunde

  • G. H. Schlund
Conference paper

Zusammenfassung

Man muß sich als Jurist und Richter schon fragen (dürfen), warum das von der Kongreßleitung vorgegebene Thema „Defensiv-Medizin in der Frauenheilkunde“ nicht mit einem Fragezeichen versehen wurde. Und ein solches wäre durchaus angebracht, denn der Bonner Gesetzgeber hat sich — was die Arzthaftung betrifft — in den vergangenen drei Jahrzehnten jeglicher Verschlechterungsmaßnahmen zu Lasten der Ärzte enthalten und hat damit eigentlich keinen Grund dafür gesetzt, daß in Ärztekreisen Defensiv-Medizin betrieben werden muß. Wenn überhaupt, können nur einige wenige Grundsatzentscheidungen des Bundesgerichtshofes, etwa die zum groben Behandlungsfehler, zur Aufklärungsproblematik, zur Dokumentationsverpflichtung oder zum Einsichtsrecht in Krankenunterlagen den Ärzten die scheinbare Legitimation geben, sich defensiv verhalten zu dürfen — unabhängig davon, was man unter diesem Begriff zu verstehen hat.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

Authors and Affiliations

  • G. H. Schlund

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