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Von der gruppenorientierten Arbeitsbiene zum modernen Individuum: Japans Werte im Wandel

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Zusammenfassung

Beginnen wir die folgende Betrachtung bei uns: Wir betrachten uns nur allzu gerne als „moderne“ Menschen. Das kennzeichnende Merkmal dieses „modernen Menschen“ ist eine Geisteshaltung, die sich im Verlauf der gesellschaftlichen Entwicklung, geprägt vor allem durch die Industrialisierung mit all ihren Begleiterscheinungen wie Bildungsexpansion, Urbanisierung oder dem tiefgreifenden Wandel in der Beschäftigungstruktur herausgebildet hat. Idealtypisch betrachtet ist dieser „moderne Mensch“ Individualist, er akzeptiert keine überkommenen Standes- oder Schichtengrenzen, und er gesteht anderen Menschen oder Kollektiven wenig bzw. kein Mitspracherecht bei seiner Lebensführung zu. Hier seien nur die wichtigsten der postulierten Charakteristika genannt, und damit jene, die als Hauptunterscheidungsmerkmale zu nicht-modernen Mentalitätstrukturen aufgeführt werden. Um es kurz zu fassen: der Mensch von heute „lebt“ jene Werte, die als „moderne“ sozial anerkannt sind. Dieses Muster der Wertorientierungen wird als das Charakteristikum der westlichen Industriegesellschaften betrachtet. Auch wenn die empirische Sozialforschung gezeigt hat, daß die Situation hier unendlich viel komplexer ist, faßt diese Beschreibung zumindest unser Selbstbild - unser Autostereotyp - treffend zusammen.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

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