Neurologie pp 15-16 | Cite as

Gutartige intrakranielle Drucksteigerung

  • W. Paulus
  • C. D. Reimers
  • B. J. Steinhoff
Part of the Empfehlungen zur Patienteninformation book series (PATIENTEN)

Zusammenfassung

Das Gehirn schwimmt in Nervenwasserflüssigkeit. Dadurch ist das sehr weiche Organ Hirn besonders gut geschützt. Der Druck dieses Nervenwassers wird sorgfältig geregelt, zu hoher oder zu niedriger Druck bewirkt unterschiedliche Krankheitsbilder. Unter der gutartigen intrakraniellen (innerhalb des Schädels gelegen) Drucksteigerung versteht man eine Steigerung des Nervenwasserdrucks innerhalb des Schädels und des Wirbelkanales. Eine ähnliche Steigerung tritt sonst auch bei Hirntumoren auf, daher verwendet man bei der gutartigen intrakraniellen Drucksteigerung auch die Bezeichnung Pseudotumor cerebri. Bei dieser Erkrankung läßt sich jedoch keinerlei Veränderung der Struktur des Gehirns und des Rückenmarks mit bildgebenden Verfahren wie Computertomographie und Kernspintomographie nachweisen. Die Hauptbeschwerden dieses Krankheitsbildes sind meist beidseitige Kopfschmerzen, seltener mit übelkeit einhergehend, jedoch mit Sehstörungen wie Gesichtsfeldausfälle, Minderung der Sehschärfe, Doppelbilder und unbehandelt gelegentlich sogar mit Erblindungen. Die Vokabel „gutartig “sollte daher auf keinen Fall mit „belanglos“ gleichgesetzt werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • W. Paulus
    • 1
  • C. D. Reimers
    • 1
  • B. J. Steinhoff
    • 1
  1. 1.Abt. Klinische NeurophysiologieGeorg-August-Universität GöttingenGöttingenGermany

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