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Private Berufsunfähigkeitsversicherung — Versicherungsbedingungen und Auswirkungen auf die Begutachtung

  • F. Schröter
Part of the Münsteraner Sachverständigengespräche book series (MUENSTSACHV)

Zusammenfassung

Bestrebungen zur Absicherung, zumindest eines Existenzminimums im Falle der Berufsunfähigkeit, lassen sich historisch sehr viel weiter zurück verfolgen, als allgemein angenommen. Bereits im 14. Jahrhundert bildeten Bergwerksarbeiter und Knappen Gemeinschaftskassen, um finanzielle Notlagen — resultierend aus einer meist unfallbedingten Berufsunfähigkeit — aufzufangen. Im 16. Jahrhundert wurde diese Versorgung für Kapitäne im Seerecht von WISPY verankert, im 17. Jahrhundert in der Hochblüte der Piraterie erstmals in einem fest gefügten Regelwerk gefasst, um verwundeten — und damit nicht mehr kampffähigen — Piraten ein Auskommen zu sichern. Die erste, seinerzeit noch nichtstaatliche Knappschaftskasse wurde von Bergleuten im Jahre 1766 in Preußen gegründet und wurde mehr als ein Jahrhundert später übergeleitet in die gesetzliche Knappschaftskasse. Erst im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die ersten typischen Strukturen für eine private Invaliditätsversicherung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von den meisten Lebensversicherern für einen geringen Mehrbeitrag eine Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit angeboten. Das Reichsaufsichtsamt veröffentlichte erstmals 1936 Musterbedingungen für diesen Versicherungszweig, der nach dem 2. Weltkrieg zunächst wieder ein Schattendasein fristete, bis 1964 Musterbedingungen für die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung entwickelt wurden. Im Jahr 1975 wurde schließlich die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung eingeführt, nach und nach wurden verbraucherfreundliche Musterbedingungen entwickelt, die seit 1994 für die einzelnen Versicherungen nur noch als Empfehlung gelten, jedoch nicht mehr bindend sind.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2003

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  • F. Schröter

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