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Wann kommt es zu behindernden Folgen im Verlauf der Krankheit?

  • Heinz Häfner
Part of the Schriften der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften book series (SCHRIFTMATH, volume 7)

Zusammenfassung

Wenn man nun die Kranken hinsichtlich der Anteile erfüllter oder nichterfüllter sozialer Rollen im Alter bei Krankheitsausbruch mit den gesunden Personen desselben Alters vergleicht, dann finden sich noch keine signifikanten Unterschiede. Das bedeutet, daß Schizophrene zum Zeitpunkt des Krankheitsausbruchs gegenüber Gesunden sozial noch nicht erkennbar benachteiligt sind. Dieses Ergebnis, das inzwischen durch zwei britische und eine nordfinnische Geburtskohortenstudie der Bevölkerung weitgehend bestätigt worden ist, steht im klaren Widerspruch zu der weit verbreiteten Überzeugung, die Schizophrenie werde durch soziale Benachteiligung in Kindheit und Jugend verursacht oder wenigstens mitverursacht. Zudieser irrtümlichen Annahme und ihrer weiten Verbreitung konntees kommen, weileine große Zahl epidemiologischer Studien eine signifikante Häufung schizophrener Erkrankungen in den untersten sozialen Schichten gefunden hatte. Aber diese Studien waren sämtlich entweder von Prävalenzstichproben oder - mit weniger deutlichen Ergebnissen-von einer mit Erstaufnahme definierten Inzidenz und nicht vom exakten Zeitpunkt des Krankheitsausbruchs ausgegangen. Sie hatten damit einen Teil des Krankheitsverlaufs - im Mittel 6 Jahre - aus der Analyse des Zusammenhangs ausgeschlossen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • Heinz Häfner
    • 1
  1. 1.Zentralinstitut für Seelische GesundheitMannheim

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