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Pouchitis nach Restaurativer Proktokolektomie: Komparative Validierung zweier Scoring-Systeme in der klinischen Nachsorge

  • E. H. Allemeyer
  • U. Hinz
  • G. Heuschen
  • F. Autschbach
  • Ch. Herfarth
  • U. A. Heuschen
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Die Pouchitis gehört zu den häufigsten Komplikationen nach ileoanaler Pouchanlage. Es können schwere Einschränkungen der Lebensqualität bis hin zum Pouchversagen resultieren. Auch eine maligne Entartung der Pouchschleimhaut ist möglich. Eine adäquate Therapie der Pouchitis erfordert eine frühzeitige und präzise Diagnose. Validierte Scoring-Systeme sind bislang nicht verfügbar. Das Ziel der vorliegenden Studie ist, zwei etablierte Scoring-Systeme in der klinischen Routine-Nachsorge vergleichend zu validieren. Material und Methode:Der Heidelberg Pouchitis Activity Score (PAS) und der Pouchitis Disease Activity Index (PDAI) der Mayo Clinic wurden prospektiv gleichzeitig bei 103 konsekutiven ambulanten Konsultationen eingesetzt. Beide Scoring-Systeme setzen sich aus den 3 Elementen Klinik, Endoskopie und Histologie zusammen. Die Gesamtscores sowie die einzelnen Elemente wurden gegenüber der unabhängigen Diagnose („Pouchitis“ oder „keine Pouchitis“) zweier Kliniker (1 Internist und 1 Chirurg) validiert. Ergebnisse:In beiden Scores war die mediane Punktzahl von Patienten, bei denen die Kliniker eine Pouchitis diagnostiziert hatten, signifikant höher als bei Patienten, ohne Pouchitis [PAS: 17 (IQR 14 -21) bzw. 8 (IQR 5 - 10), p < 0.001; PDAI: 7 (IQR 5-8) bzw. 2.5 (IQR 1 - 4), p < 0.001]. In den Gesamtscores von PAS und PDAI lagen die Sensitivität und Spezifität bei 84% und 79.5%, bzw. 60% und 96.2%, im Abschnitt Klinik 44% und 73.1%, bzw. 20% und 87.2%, im Abschnitt Endoskopie 88% und 83.3%, bzw. 60% und 89.7% und im Abschnitt Histologie 72% und 76.9% bzw. 44% und 96.2%. Durch ein Absenken der Punkteschwelle für die Diagnose der Pouchitis im PDAI um 2 Punkte würde sich eine Gesamtsensitivität von 88% und eine Gesamtspezifität von 67% ergeben. Schlußfolgerungen:Der PAS hat eine ausreichende Spezifität und Sensitivität, dagegen müßte die Punkteschwelle für die Diagnose „Pouchitis“ im PDAI gesenkt werden. In beiden Scores zeigt der Abschnitt Klinik eine sehr geringe Validität. Eine Pouchitis darf deshalb nur auf Grundlage zusätzlicher endoskopischer und histologischer Befunde diagnostiziert werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • E. H. Allemeyer
    • 1
  • U. Hinz
    • 2
  • G. Heuschen
    • 1
  • F. Autschbach
    • 3
  • Ch. Herfarth
    • 1
  • U. A. Heuschen
    • 1
  1. 1.Abteilung für AllgemeinchirurgieGermany
  2. 2.Abteilung BiostatistikChirurgische Universitätsklinik HeidelbergGermany
  3. 3.Pathologisches InstitutUniversität HeidelbergHeidelbergGermany

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