Verwendung des Robotersystems AESOP bei laparoskopischen Operationen — Vorteil oder Risikoerhöhung für Arzt und Patient?

  • B. Kraft
  • C. Jäger
  • B. Leibl
  • K. Kraft
  • R. Bittner
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Ziel der Studie war es, die Wertigkeit bzw die Risiken des Robotersystems AESOP zu untersuchen. Muss ein erhöhter Zeitverlust, ein Komfortverlust für den Operateur oder evtl sogar ein Sicherheitsverlust für den Patienten in Kauf genommen werden? Kann eine signifikante Kostenreduktion erzielt werden? Patientengut und Methodik: In die prospektiv randomisierte zweiarmige Pilotstudie wurde ein Patientenkollektiv von je 120 Patienten mit Cholecystolithiasis bzw. einseitiger Leistenhernie aufgenommen. Die Patienten wurden rekrutiert aus dem laufenden Krankengut des Marienhospitals Stuttgart. Patienten mit zu erwartenden schweren Adhäsionen, Akuteingriffe, incarcerierte und nicht reponible Leistenhernien wurden ausgeschlossen. Die Zahl der Operateure war begrenzt auf 4 in der Anwendung des AESOP erfahrene Oberärzte. Alle Kameraassistenten waren aufgrund unseres grossen Krankengutes versiert mit durchschnittlich über 100 Assistenzen. Ein weiterer Assistent mit Stoppuhr mass Ein-, Ausleitungs- und Operationszeiten. Ausserdem zählte er die gegebenen Kommandos, nicht oder falsch verstandene Kommandos, Zahl der manuellen Kamerakorrekturen sowie der erforderlichen Optikreinigungen. Durch den Operateur erfolgte eine subjektive Beurteilung des intraoperativen Ablaufs. Ergebnisse: Für die Vorbereitungszeiten fand sich kein signifikanter Unterschied, bei der reinen Operationszeit ergab sich jedoch eine Differenz von 10,5 min (CCE) bzw 7 min (TAPP) zugunsten der Assistenzgruppe. An den Roboter mussten 13(CCE) bzw 38(TAPP), an den Kameraassistenten nur 1 bzw 3 Kommandos gegeben werden. Ein ähnliches Verhältnis erhielten wir für manuelle Kamerakorrekturen bzw nicht verstandene Kommandos. Lediglich die Zahl der Optikreinigungen war in beiden Gruppen gleich. Bei 7 Cholecystektomien und 3 Leistenbruchoperationen der Robotergruppe war ein zumindest intermittierender Umstieg auf Kameraassistenz erforderlich. Die subjektive Beurteilung des OP-Komforts, der Bildbrillanz, der optimalen Einstellung des OP-Gebietes sowie des Erkennens schwieriger Situationen fiel eindeutig zugunsten der Kameraassistenz aus. Sogar der Schwierigkeitsgrad der Operation wurde in der Robotergruppe höher eingeschätzt. Schlußfolgerung: Die regelmässige Verwendung des AESOP erspart zwar einen Assistenzarzt, dafür muss aber ein deutlicher Komfortverlust für den Operateur sowie auch ein Zeitverlust in Kauf genommen werden. Die excellenten Ergebnisse in der Assistenzgruppe führen wir auf die grosse Routine unserer Kameraführer zurück.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • B. Kraft
    • 1
  • C. Jäger
    • 1
  • B. Leibl
    • 1
  • K. Kraft
    • 1
  • R. Bittner
    • 1
  1. 1.Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie MarienhospitalStuttgartGermany

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