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Zukunftsorientierte Datenerfassung durch ein elektronisches Dokumentationssystem am Beispiel vernetzter Wundzentren

  • F. Pfeffer
  • H. Riediger
  • S. Coerper
  • G. Koeveker
  • U. T. Hopt
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Die Behandlung chronischer Wunden stellt eine grosse medizinische und ökonomische Herausforderung dar. Trotzdem herrscht ein Mangel an epidemiologischen und ökonomischen Daten. Mit der Entwicklung eines elektronischen Wunddokumentationssystem kann dieser Zustand verbessert und eine Vielzahl therapierelevanter Daten erfasst werden. Methodik: Das Dokumentationssystem ist eine selbstentwickelte netzwerkfähige Einzelplatzlösung. Seit 1998 arbeiten zwölf Wundpsrechstunden im „Wundnetz e.V.“ auf der Basis des Dokumentationssystems zusammen. Die Daten werden über das Internet anonymisiert übertragen und auf einem Server zentral gesammelt und analysiert. Neben digitaler Bildarchivierung und Flächenberechnung werden patienten- und wundbezogene Daten erfasst. Ergebnisse: Im Zeitraum zwischen 1998 und 2001 wurden in 12 Wundzentren bei 3086 Patienten 5288 Wunden dokumentiert (Hauptdiagnosen: Diabetisches Fußsyndrom (DFS) n = 1395 (26%); Ulkus crurisn = 1091 (21%) arterielle Verschlusskrankheit (paVK)n = 925 (17%); Druckulzera n = 680 (13%); postoperative Problemwunden n = 589 (11%); andere n = 445 (8%). Die Kaplan- Meier Analyse aller Wunden ergibt bei 1451 abgeheilten und 3507 zensierten Wunden eine mediane Abheildauer von 143 Tagen. Amputierte Wunden sind als nicht abgeheilt gewertet. Nach 80 Wochen ist mit einer kumulativen Abheilwahrscheinlichkeit von 80% zu rechnen. Zusammenfassungg: Das Wunddokumentationssystem ist in den klinischen Ablauf integriert und ermöglicht eine übersichtliche, anwenderfreundliche und standardisierte Dokumentation. Grosse Datenmengen können zusammengeführt und wissenschaftlich ausgewertet werden. Es ermöglicht so eine Qualitätskontrolle und Evaluation bestehender Therapiekonzepte. Die gezeigten Ergebnisse bestätigen die gute Wundbehandlung in spezialisierten Zentren. Weitere Analysen dieses grossen Patientenkollektives ermöglichen neben einer Risikoanalyse eine verbesserte Versorgung dieser Patienten und möglicherweise eine Reduktion der Kosten im Gesundheitssystem.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • F. Pfeffer
    • 1
  • H. Riediger
    • 1
  • S. Coerper
    • 2
  • G. Koeveker
    • 3
  • U. T. Hopt
    • 1
  1. 1.Abteilung für AllgemeinchirurgieChirurgische Universitätsklinik FreiburgFreiburgGermany
  2. 2.Abteilung für AllgemeinchirurgieChirurgische Universitätsklinik TübingenTübingenGermany
  3. 3.Abteilung für Allgmeine- und GefässchirurgieStädtisches Krankenhaus SindelfingenSindelfingenGermany

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