Entscheidungshilfen für die Kitteltasche: Neue Strategien zur Implementierung computergestützte Entscheidungshilfen in der Gastroenterologie, Endokrinologie und Intensivstation

  • H.-P. Eich
  • D. Veniseleas
  • C. Ohmann
  • J. Sancho
  • S. Clamp
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Einleitung: Ein Vielzahl von Werkzeugen zur Unterstützung der medizinischen Entscheidungsfindung wurden bisher entwickelt. Diese reichen von einfachen Scores zur Risikoabschätzung bis hin zu umfangreichen Programmen (z. B. für akute Bauchschmerzen). Trotz eines nachgewiesenen klinischen Nutzens konnten sich diese Werkzeuge bisher nicht in der klinischen Routine durchsetzen. Ein Hauptgrund hierfür ist, dass diese Werkzeuge dem Arzt nicht zur Verfügung stehen, wenn sie benötigt werden. In einem durch die Europäische Kommission geförderten Projekt (SMARTIE — Smart Medical Applications Repository for Informed Expert Decision) wurde ein neuer Ansatz gewählt, um Werkzeuge zur Unterstützung der medizinischen Entscheidungsfindung in den Bereichen Gastroenterologie, Endokrinologie und Intensivstation einzuführen und den Arzt mit kritischen Informationen zur Behandlung des Patienten zu versorgen. Methodik: Die Wissensakquisition in SMARTIE erlaubt eine Auswahl der best möglichen Werkzeuge. Sie basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und Konsultation von führenden klinischen Experten. Internationale Experten in speziellen klinischen Gebieten aus weit-weiten und europäischen Organisationen zertifizieren das verwendete Wissen (klinische Studien, klinische Leitlinien, Überlebenstabellen, Prognosescores, Risikofaktor-Analyse, Anwendungen zur Entscheidungsunterstützung). Eine einheitliche Benutzerlobfläche wird über unterschiedliche Computersysteme und Plattformen beibehalten. Dies sind Anwendungen für PDA (z.B. Palm, Compaq), webbasierte und PC-basierte Anwendungen. Nach einer Evaluation der Funktionalität und der Nützlichkeit werden medizinische Nutzergruppen diese Programme (genannt MedNotes) bewerten. Klinische Studien werden in ausgewählten Zentren durchgeführt. Alle entwickelten Programme werden über Internet kostenlos zur Verfügung gestellt (Open-Source Lizenz). Ergebnisse: Das Projekt hat eine Laufzeit von 30 Monaten (01.01.2001 bis 31.06.2003). Bis jetzt wurde eine Liste von Werkzeugen zur medizinischen Entscheidungsfindung zusammengestellt und von klinischen Experten bewertet. Erste Prototypen wurden entwickelt und befinden sich in der Testung durch klinische Nutzergruppen. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Benutzerfreundlichkeit der Anwendungen gelegt. Ein Überblick über die Wissensakquisition, Entwicklung und Bewertung durch klinische Nutzer wird in der Präsentation gegeben. Informationen zum Projekt SMARTIE sind über http://www.smartie-ist.org ab November 2001 abrufbar. Danksagung: Das Projekt wird gefördert durch die Europäische Kommission (IST-2000-25429 im fünften Rahmenprogramm).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • H.-P. Eich
    • 1
  • D. Veniseleas
    • 1
  • C. Ohmann
    • 1
  • J. Sancho
    • 2
  • S. Clamp
    • 3
  1. 1.Funktionsbereich Theoretische Chirurgie Klinik für Allgemein- und Unfallchirurgie und Koordinierungszentrum für Klinische StudienHeinrich-Heine Universität DüsseldorfDüsseldorfGermany
  2. 2.Fundació IMIMBarcelonaSpanien
  3. 3.Clinical Information Science Unit at Leeds UniversityLeedsGrossbritannien

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