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Therapiekonzept zur Erstbehandlung und plastischen Deckung bei der nekrotisierenden Fasziitis der Genitoanalregion

  • C. Eckmann
  • H. Shekarriz
  • A. Böhle
  • S. Lüthgens
  • P. Kujath
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Nekrotisierende Weichteilinfektionen der Genitoanalregion gefährden das Leben der betroffenen Patienten durch den oftmals verzögerten Beginn der Behandlung sowie durch den verzögerten Verlauf der Wundbehandlung bis zum Wundverschluß. Die vorliegende Analyse beleuchtet die Ergebnisse des eigenen Therapiekonzeptes. Methode: Das Therapiekonzept umfasst primär ein radikales Debridement mit Nekrosektomie sowie programmierte tägliche Redebridements bis zur Beherrschung der Lokalsituation. Im Rahmen des ersten Redebridements wird ein protektives Kolostoma angelegt (Rückverlagerung nach ca. 3 Monaten). Gegebenenfalls wird der Hoden in den Oberschenkel ausgelagert. Nach Lokalbehandlung mit Polyhexanid wird so früh wie möglich mittels Vakuumversiegelung die Wundheilung beschleunigt und die Wunde verkleinert, bis ein Wundverschluß mittels plastisch-rekonstruktiver Verfahren möglich ist. Ergebnisse: Im Zeitraum vom 01.05.1990 bis 30.04.2001 wurden 81 Patienten mit nekrotisierender Fasziitis behandelt. Dabei lag in n = 20 Fällen (24,7%) eine primäre Beteiligung der Genitoanalregion vor (12 Männer, 8 Frauen). Das Durchschnittsalter lag bei 61,4 Jahren. 7 Patienten verstarben (1 von 12 Männern, 6 von 8 Frauen). Die Verzögerung bis zur ersten Operation lag im weiblichen Kollektiv signifikant höher als im männlichen (3,4 vs. 1,6 Tage, p = 0,02). Insgesamt 64 Debridements wurden durchgeführt. 6mal wurde der Hoden temporär ausgelagert. Der Wundverschluß gelang bei allen überlebenden Patienten und wurde durch Sekundärnaht (n = 13), Schwenklappen (n = 9) und Meshgrafttransplantationen (n = 6) erreicht. Schluβfolgerung: Nur durch aggressives Debridement und Redebridements lässt sich der foudroyante Verlauf der nekrotisierenden Fasziitis aufhalten. Die Anlage eines protektiven Kolostomas ist zur Beschleunigung der Wundheilung sinnvoll. Mittels plastisch-rekonstruktiver Verfahren kann die Wunde verschlossen werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • C. Eckmann
    • 1
  • H. Shekarriz
    • 1
  • A. Böhle
    • 2
  • S. Lüthgens
    • 3
  • P. Kujath
    • 1
  1. 1.Klinik für ChirurgieGermany
  2. 2.Klinik für UrologieUniversitätsklinikum LübeckLübeckGermany
  3. 3.Klinik für Hand-, Brust- und Plastische ChirurgieKrankenhaus Neustadt/HolsteinGermany

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