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Ultraschallgestützte Aspirationsmammoplastik und aspirationsassistierte minimal-invasive subkutane Mastektomie bei Gynäkomastie

  • J. Borges
  • G. B. Stark
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Herkömmliche Operationsverfahren zur Behandlung der Gynäkomastie schließen eine periareoläre oder quere Hautresektion ein. Dies resultiert in sichtbaren und stigmatisierenden Narbenbildungen. Rein resektive Verfahren können eine harmonische Brustkontur oft nicht erreichen und führen zu einer periareolären Depression, der „saucer dish”-Deformität. Eine gefürchtete Komplikation sind Mamillennekrosen. Sowohl die weibliche wie auch die männliche Brust bestehen sowohl im Normalfall wie auch insbesondere bei der Gynäkomastie zu einem großen Teil aus Fettgewebe. Die Anwendung der Aspirationslipektomie zur Behandlung der Gynäkomastie hat die rein resektiven Verfahren mit deutlich sichtbaren Hautschnitten weitgehend unnötig gemacht. Durch die Fettabsaugung ist ein gleichmäßiger Übergang der Gewebsreduktion zum umgebenden pektoralen Subkutangebe zu erreichen. Moderne, auch das oberflächliche Subkutanfett einschließende Methoden, induzieren die postoperative Schrumpfung der Haut und haben sich auch bei der Reduktionsplastik der weiblichen Brust bewährt. Material und Methoden: Die Operation erfolgt in Tumineszenstechnik mit Kleinscher Lösung und meist in Intubationsnarkose und wird pimär in allen Fällen der Gynäkomastie angewandt (einschließlich Simon IV). Der Übergang zwischen lipomatöser und glandulärer Gynäkomastie ist fließend. Palpatorisch kann meist abgeschätzt werden, ob eine reine Liposuktion ausreicht oder eine zusätzliche Drüsenkörperresektion erforderlich ist. Nach Markierung erfolgt eine inframam-märe Stichinzision, über welche die Infiltration, Ultraschallzertrümmerung und aggressive, nach peripher auslaufende Fettabsaugung mit 2–4 mm Kanülen erfolgt. Bei vorhanden-denem, substantiellem Drüsenkörper wird auch dieser penetriert und entfettet. Bleibt ein retromamillärer Drüsenkörper zurück, wird die Inzision auf 3 cm verlängert. Mit dem Skalpel wir der Drüsenkörper vom Mamillen-Areolenkomplex unter Belassen einer retromamillären Schicht von ca. 0,5 cm abgetrennt und en bloc reseziert. Ist eine scharfe Resektion erforderlich, erfolgt eine Drainage. Alle Patienten erhalten einen Kompressionsgürtel für 6 Wochen. Ergebnisse: Zwischen 1993 und 2001 wurden in unserer Abteilung 70 Patienten mit Gynäkomastie operiert. In 24 Fällen erfolgte eine reine Liposuktion, in 46mal war eine zusätzliche Drüsenkörperresektion erforderlich. Hautresektionen erfolgten nur noch in 6 Fällen. Rezidive bzw. operationsbedürftige Residuen traten in 15 Fällen vor allem in der Einführungsphase auf und lassen sich durch aggressive Fettabsaugung und sorgfältige Indikationsstellung zur Restdrüsenkörperresektion vermeiden. Es trat 1 revisionsbedürftiges Hämatom, jedoch keine Haut- oder mamillennekrosen auf. Zusammenfassungg: Die ultraschallgestützte Asprationslipektomie als exklusive oder adjuvante Technik erlaubt (einschließlich Stadium Simon IV) eine narbenvermeidende und komplikationsarme operative Behandlung der Gynäkomastie. Selbst eine suboptimale Hautschrumpfung hebt sich positiv von den Stigmata ausgedehnter Narbenbildung nach Hautresektion ab. Hautresektionen sind nur in seltenen Ausnahmefällen erforderlich und sollten darüberhinaus vermieden werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • J. Borges
    • 1
  • G. B. Stark
    • 1
  1. 1.Abteilung Plastische und HandchirurgieUniversität FreiburgFreiburgGermany

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