Präliminäre einseitige Pfortaderligatur vor Resektion ausgedehnter Lebertumoren

  • K. Schleimer
  • D. Stippel
  • K. T. E. Beckurts
  • A. H. Hölscher
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Aus Tierexperimenten ist bekannt, dass die Ligatur eines Portalvenenastes im Versorgungsgebiet zur Atrophie führt, während der kontralaterale Leberlappen hypertrophiert. Diese Erkenntnis macht sich die Methode der präoperativen portalen Embolisation zunutze, welche in einer Studie mit 105 Patienten eine ca. 10%ige Vergrößerung des verbleibenden Lebergewebes bewirkte. Bei 71 Patienten konnte daraufhin eine erweiterte Leberresektion durchgeführt werden. Zur Zeit ist jedoch noch kein optimales Embolisationsmaterial verfügbar, das eine persistierende Occlusion bei minimaler Begleitentzündung gewährleistet. Daher führten wir das sichere Verfahren der präoperativen Ligatur eines Portalvenenastes vor einer Leberresektion durch. Therapie und Verlauf. Bei einer 46-jährigen Patientin wurde eine 14 cm x 12 cm x 11 cm große Metastase eines Adenocarcinoms des Sigmas im rechten Leberlappen diagnostiziert, die primär nicht resektabel war. Bei einer erweiterten Hemihepatektomie rechts hätte der verbleibende linke Leberlappen keine suffiziente Leberfunktion gewährleisten können. Daher führten wir zunächst die Ligatur des rechten Portalvenenastes durch. Daraufhin kam es zur Hypertrophie des linken Leberlappens, so dass nach 7 Wochen eine erweiterte Hemihepatektomie rechts möglich wurde. Bei einem 42-jährigen Patienten war eine 19 cm x 10 cm x 15 cm große Lebermetastase eines Coloncarcinoms im rechten Leberlappen zunächst ebenfalls nicht resektabel. Nach Ligatur des rechten Portalvenenastes hypertrophierte der linke Leberlappen. Ebenfalls nach 7 Wochen war eine erweiterte Hemihepatektomie rechts durchführbar. Im postoperativen Verlauf war die Leberfunktion bei beiden Patienten zu jedem Zeitpunkt sufffizient. Heute, 7 bzw. 20 Monate nach der Leberresektion sind beide Patienten in einem guten Allgemeinzustand; im Kontroll-CT sind keine erneuten Metastasen nachweisbar. Schlußfolgerung:Die Ligatur eines Portalvenenastes mit konsekutiver Hypertrophie des kontralateralen Leberlappens ist eine Möglichkeit, die Resektion primär wegen ihrer Größe bzw. Lokalisation nicht resektabler Lebertumoren zu erreichen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • K. Schleimer
    • 1
  • D. Stippel
    • 1
  • K. T. E. Beckurts
    • 1
  • A. H. Hölscher
    • 1
  1. 1.Klinik für Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität zu KölnKölnGermany

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