Die Plaquemorphologie der Carotis-Restenose — Konsequenzen für die Verfahrenswahl

  • R. Brandl
  • C. Reeps
  • T. Richter
  • R. Hegenloh
  • P. C. Maurer
  • H. Höfler
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Die Stentangioplastie der Carotis-Restenose wird derzeit als Alternatiwerfahren zur Operation diskutiert. Als histomorphologisches Korrelat von Carotis-Restenosen werden vielfach solide neointimale Formationen angenommen, denen bei einer mechanischen Beanspruchung im Rahmen einer Stentangioplastie nur ein geringes Embolisationsrisiko zugeschrieben wird. In der vorliegenden Arbeit wird die histomorphologische Komposition von Desobliteraten von Carotis-Restenosen untersucht und hinsichtlich ihrer Konesquenzen für die klinische Therapieentscheidung analysiert. Methodik: Im Zeitraum von 1994 bis 2001 wurden bei 17 Patienten (m =ll,w = 6)18 operative Eingriffe wegen symptomatischer oder verschlußbedrohter Restenosen nach Carotis-TEA vorgenommen. Von 15/18 Stenosen stand retrospektiv repräsentatives archiviertes Paraffinmaterial zur histomorphologischen Analyse in HE- und Elastica-van-Gieson (EvG) Färbungen zur Verfügung. Das durchschnitttliche Intervall zwischen Primär- und Sekundäreingriff betrug 45.0 (3–132) Monate. Ergebnisse: Bei einer überwiegend heterogenen Plaquearchitektur mit Anzeichen älterer degenerativer Veränderungen zeigten sich in den Präparaten neben arteriosklerotischen Intimaverdikkungen in wechselndem Ausmaß fibröse Verdickungen der Intima und angrenzender Mediaabschnitte. Bei 7/15 Präparaten zeigten sich als Leitbefund größere Areale von wandassoziierten und lumenständigen hyalinen Fibrinthromben als wesentliches Stenosekorrelat. Reparative Organisationsvorgänge im Sinne einer Thrombusstabilisierung waren unabhängig vom Alter der Restenose meist nur spärlich oder in randständigen Zonen vorhanden. Daneben waren in EvG-Färbungen intramurale Fibrinablagerungen häufig nachweisbar. Schlußfolgerung: Die histologische Komposition von Carotis-Restenosen ist -entgegen bisheriger Vorstellungen — in klinisch relevantem Ausmaß von lumenständigen und stenosierenden Thrombusformationen geprägt, die nur geringe Zeichen der Organisation aufweisen. Daneben bestimmen degenerative Zeichen der Arteriosklerose sowie der neointimalen Hyperplasie das überwiegend heterogene Gewebsbild. Diese Befunde erscheinen von wesentlicher klinischer Bedeutung für die Verfahrenswahl und bestätigen die Operation als pathophysiologisch begründetes Therapieverfahren.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • R. Brandl
    • 1
  • C. Reeps
    • 1
  • T. Richter
    • 2
  • R. Hegenloh
    • 1
  • P. C. Maurer
    • 1
  • H. Höfler
    • 2
  1. 1.Abteilung für GefässchirurgieTechnische Universität MünchenMünchenGermany
  2. 2.Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische AnatomieTechnische Universität MünchenMünchenGermany

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