Das semifunktionelle Nachbehandlungskonzept der operativ versorgten Achillessehnenruptur-Vergleich unterschiedlicher postoperativer Behandlungsregime hinsichtlich klinischer, funktioneller und ökonomischer Ergebnisse

  • O. W. Weber
  • E. Kollig
  • G. Muhr
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Die frische Achillesehnenruptur kann unterschiedlich therapiert werden. Ziel sollte heutzutage neben niedrigen Komplikations- und Rerupturraten eine frühzeitige berufliche Reintegration und geringe ökonomische Kosten sein. In unserer retrospektiven Studie werden zwei unterschiedlich Anschlußtherapien hinsichtlich der postoperativen Arbeitsunfähigkeitsdauer, der klinischen Funktion und der ökonomischen Kosten untersucht. Material und Methode: Bei 10 Patienten (Altersdurchschnitt: 43,6 Jahre) mit frischer Achillessehnenruptur wurde nach operativer Versorgung die konventionelle Gipsimmoblisierung angewendet. Dabei erfolgte die Redressierung vom Spitzfußgips über den Intermediärgips zum Neutralgips über 6 Wochen. Die semifunktionelle Vakuumstütztherapie mittels Vacoped-Orthese wurde ebenfalls an 10 Patienten durchgeführt (Altersdurchschnitt: 42,7 Jahre). Die Redressierung im oberen Sprunggelenk erfolgte nach dem gleichen Schema, mit zusätzlicher Beübung des OSG durch limitierte Scharnierbewegung ab der 5. Woche. Die Nachuntersuchung erfolgte im Schnitt 7 Monate nach operativer Versorgung. Neben der sonographischen Kontrolle der Sehnenbinnenstruktur anhand des Thermann Score’s, dem funktioneilen und klinischen Ergebnis durch den Trillat Score, dem ökonischem Aufwand, wurde die Dauer der Arbeitsunfähigkeit untersucht. Ergebnisse: Die Gruppe mit der semifunktionellen Vacoped-Therapie wies eine um ca. 1 Woche kürzere Arbeitsunfähigkeitsdauer auf. In der sonographischen Kontrolle fiel bei diesen Patienten eine homogenere Sehnenbinnenstruktur auf. Während bei den per Orthese nachbehandelten Patienten keine Funktionsdefizite im OSG auffielen, hatten bei der Gipstherapie 6 von 10 Patienten Beweglichkeitsdefizite zwischen 10° und 25° im OSG. Bei der Gipstherapie mussten im Schnitt mehr als 4 Unterschenkelgipse über den Therapiezeitraum angelegt werden (Primärgips-Spitzfußgips-Intermediärgips-Neutralgips), und eine begleitende Low-dose-Heparinisierung war erforderlich. Bei der Orthesenbehandlung kann durch einfachen Adapteraustausch die Redressierung erreicht werden, zusätzlich ist ab der 5. Behandlungswoche die limitierte Mobilisierung des OSG möglich. Hier ist die Antikoagulation aufgrund des verbesserten venösen Rückstroms auf 4 Wochen begrenzt. Der Trillat Score zeigte eine bessere Verteilung für die semifunktionelle Therapie. Schlußfolgerung: Das semifunktionelle Vacoped-Stützsystem zeigt durch sein Design entscheidende klinische und ökonomische Vorteile in der Nachbehandlung gegenüber der konventionellen Gipstherapie. Sie vereinigt die Vorteile der operativen Sehnenadaptation mit exakter Kontinuitätsrekonstruktion mit den Vorteilen der funktionellen Therapie. Durch entsprechende Adapter kann eine Redressierung durch einfachen Adapteraustausch vorgenommen werden. Es fallen keine mehrfachen Gipswechsel an. Der Patient kann nach Anleitung vielmehr selbsttätig Sitzkorrekturen der Orthese vornehmen.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • O. W. Weber
    • 1
  • E. Kollig
    • 1
  • G. Muhr
    • 1
  1. 1.Chirurgische Klinik und Poliklinik, BG-Klinik BergmannsheilUniversität BochumBochumGermany

Personalised recommendations