Ergebnisse der Leberresektion beim lokal fortgeschrittenen Cholangiozellulären Karzinom (UICC-Stadium IV)

  • H. Lang
  • M. Kaun
  • M. Malagó
  • C. E. Broelsch
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Durch Verbesserungen der chirurgischen Technik und des perioperativen Managements konnte die Morbidität und Mortalität selbst nach ausgedehnten Leberres ektionen zum Teil deutlich unter 5% gesenkt werden. Hierdurch erscheint es berechtigt, die Indikation zur Leberresektion selbst in fortgeschrittenen Tumorstadien auf solche Tumorentitäten zu erweitern, die aufgrund ihres biologischen Verhaltens zwar mit einer sehr schlechten Prognose einhergehen, für die allerdings kaum therapeutische Alternativen bestehen. Wir berichten über die Ergebnisse eines aggressiven chirurgischen Vorgehens beim lokal fortgeschrittenen Cholangiozellulären Karzinom (CCC). Patienten und Methoden:Zwischen 04/1998 und 08/2001 wurden in unserer Abteilung 478 Leberresektionen durchgeführt, davon bei 16 Patienten (m: w = 6:10; medianes Alter 60 Jahre) aufgrund eines CCC im UICC-Stadium IV. In einem Fall handelte es sich um eine Zweitresektion wegen eines intrahepatischen Rezidivs drei Jahre nach Lebersegmentresektion. Ergebnisse:Insgesamt wurden zehn erweiterte Hemihepatektomien rechts (Seg I, IV-VIII) und vier erweiterte Hemihepatektomien links (Seg I - V, VIII) durchgeführt. Je einmal wurden die Segmente IVa/ VIII bzw. IVb/V/VI reseziert. Als Operationserweiterungen wurden vorgenommen: Hepaticusgabelresektion (n = 5), Zwerchfellteilresektion (n = 4), partielle Vena Cava Resektion und Rekonstruktion (n = 2), Thrombektomie und Resektion der Vena portae sowie Rekonstruktion mit allogenem Veneninterponat (n = 1), Pfortaderresektion mit End/End-Anastomose (n= 1), Resektion der Gerotafaszie und partielle Omentektomie (n= 1). Die postoperative Mortalität betrug 1/16. Jeweils sieben Resektionen wurden als RO bzw. R1 sowie zwei Resektionen als R2 klassifiziert. Alle Patienten nach R1-Resektion entwickelten innerhalb von 5 Monaten ein klinisch nachweisbares Rezidiv. Nach R1/2-Resektion betrug das mediane Überleben 5 Monate (3-16 Monate), aktuell leben zwei Patienten mit einem intrahepatischen Tumorrezidiv 5 und 7.5 Monate nach R1-Resektion. Beide Patienten sind beschwerdefrei, bei beiden Patienten hatte vor der Operation eine ausgeprägte tumorbedingte Symptomatik (Oberbauchschmerzen bei massiver Hepatomegalie, Ikterus, Cavakompressionssyndrom) bestanden. Nach RO-Resektion ist bislang kein Patient verstorben, das mediane Überleben beträt zur Zeit 10 Monate (1-27 Monate). Der Patient nach Rezidivleberresektion ist seit 21 Monaten tumorfrei. Nach RO-Resektion trat bisher nur ein Tumorrezidiv auf. Bei dieser Patientin wurde 25 Monate nach der Leberresektion eine Teillebertransplantation (Leberlebendspende) durchgeführt. Zusammenfassungg:Durch eine RO-Resektion kann auch beim lokal fortgeschrittenen Cholangiozellulären Karzinom (Stadium IVA) eine deutliche Prognoseverbesserung erreicht werden. Ein aggressives chirurgisches Vorgehen sollte daher immer in Betracht gezogen werden, wenn eine komplette Tumorentfernung möglich erscheint. Im Gegensatz hierzu geht die R1/2-Resektion mit nahezu keinem Überlebensvorteil im Vergleich zur Spontanprognose einher. Eine Indikation zur palliativen Tumorreduktion kann allenfalls bei ausgeprägter klinischer Symptomatik gegeben sein.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • H. Lang
    • 1
  • M. Kaun
    • 1
  • M. Malagó
    • 1
  • C. E. Broelsch
    • 1
  1. 1.Klinik für Allgemein- und TransplantationschirurgieUniversitätsklinikum EssenEssenGermany

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