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Die modulare proximale Humerusosteosynthese ein neues minimalinvasives und winkelstabiles Osteosyntheseverfahren

  • C. Bahrs
  • C. Rauer
  • M. Schnabel
  • L. Gotzen
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Instabile proximale Humerusfraktur sind Problemfrakturen. An ein geeignetes Osteosyntheseverfahren werden hohe Anforderungen gestellt. Die Versorgung sollte minimalinvasiv sein, keine zusätzlichen Schäden anrichten und eine frühfunktionelle Nachbehandlung gestatten. Das Osteosyntheseverfahren selbst sollte einfach zu handhaben und das Implantat winkelstabil zu verankern sein. Ziel der hier vorgestellten prospektiven Studie war es zu überprüfen, ob die eigene modulare proximale Humerus-Osteosynthese (MPHO) diesen Anforderungen gerecht wird. Patienten und Methode: In die prospektive Studie wurden alle Patienten eingeschlossen, die eine instabile Fraktur des proximalen Humerus hatten und bei denen die Indikation zur Osteosynthese mittels MPHO gestellt wurde. Das MPHO-Verfahren selbst ermöglicht es Frakturen mit einer Basiskrallenplatte und teils winkelstabilen Schrauben unter Verwendung von Repositionshilfen in minimalinvasiver Technik zu versorgen. Intraoperativ und im Verlauf wurden Probleme und Komplikationen erfaßt. Die Evaluation der klinischen Ergebnisse erfolgte mit dem UCLA-, Neer- und Constant-Score. Ergebnisse: In der Zeit von Januar 1997 bis Juni 1999 erfüllten 134 Patienten die Einschlußkriterien und wurden in die Studie aufgenommen. 88 Patienten (follow up 84%) mit 90 Osteosynthesen konnten durchschnittlich 24.4 Monate (Rang 10–45 Monate) nach der Operation nachuntersucht werden. Von den drop-out Patienten waren vier nicht anamnes-tizierbar, 23 verstorben und 9 unbekannt verzogen. 76% der Patienten gaben zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung an mit dem Ergebniss der Operation und der Funktion zufrieden zu sein. 54% der Patienten wiesen nach dem Neer-Score ein sehr gutes bzw. gutes Ergebnis auf. Nach dem UCLA- und Constant-Score wurde für 60 bzw. 61% ein sehr gutes bzw. gutes Ergebnis ermittelt. 64% der Patienten wiesen einen komplikationslosen postoperativen Verlauf auf. Bei 13 Patienten kam es im Verlauf der ersten 4 Wochen postoperativ zu einem Osteosyntheseversagen mit Verlust der Reposition und Instabilität der Osteosynthese. In allen Fällen wurde eine erneute Stabilisierung unter Verwendung des MPHO-Systems vorgenommen. Bei 14 Patienten war bei einem Plattenimpingement innerhalb der ersten 6 Monaten eine Frühmetallentfernung erforderlich. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung wiesen 4 Patienten eine frozen Shoulder und 7 Patienten ein therapiebedürftiges posttraumatisches Impingement-Syndrom auf. Radiologisch zeigte sich in 64% eine Konsolidierung in anatomischer Position. In 5 Fällen zeigte sich eine Schrauben- oder Klingenperforation. In 14 Fällen waren Tubercula resorbiert oder sekundär disloziert. Die Kopfnekroserate betrug 11%. Eine posttraumatische Omarthrose in 3 und heterotope Ossifikationen in ebenfalls 3 Fällen waren seltene Befunde. Komplikationen und Probleme wiesen eine Abhängigkeit zur Lernkurve auf. Schluβfolgerungen: Die modulare proximale Humerusosteosynthese ist ein geeignetes Verfahren zur Versorgung selbst schwieriger Frakturen und stellt auch eine Alternative zur primären Prothesenimplantation dar.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • C. Bahrs
    • 1
  • C. Rauer
    • 1
  • M. Schnabel
    • 1
  • L. Gotzen
    • 1
  1. 1.Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und HandchirurgiePhilipps-Universität MarburgMarburgGermany

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