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Einfluss der neoadjuvanten Chemotherapie auf die Lymphknotenmetastasierung beim Adenokarzinom des distalen Ösophagus

  • M. Feith
  • H. J. Stein
  • M. Werner
  • U. Fink
  • J. R. Siewert
Conference paper
Part of the Deutsche Gesellschaft für Chirurgie book series (DTGESCHIR, volume 2002)

Zusammenfassung

Hintergrund: Der Effekt einer neoadjuvanten Chemotherapie auf die Lymphknotenmetastasierung bei lokal fortgeschrittenen Tumoren des oberen Gastrointestinaltraktes ist bislang wenig untersucht. Wir untersuchten Prävalenz und prognostische Relevanz der Lymphknotenmetastasierung beim lokal fortgeschrittenen Adenokarzinom des distalen Ösophagus (AEG I) bei Patienten mit primärer Resektion und Patienten mit Resektion nach neoadjuvanter Chemotherapie. Methoden: Prävalenz der Lymphknotenmetastasierung, sowie Anzahl und Verteilungsmuster positiver Lymphknoten wurden bei 126 konsekutiven primär resezierten fortgeschrittenen (pT3/4) AEG I Tumoren und 91 konsekutiven Patienten mit Resektion nach neoadjuvanter Polychemotherapie bei uT3/uT4 Tumoren untersucht. Ergebnisse: Von insgesamt 5367 untersuchten Lymphknoten zeigten 1493 eine Karzinominfiltration, davon 54 von 91 Patienten (59.3%) nach neoadjuvanter Therapie und 107 von 126 Patienten (84,9%) mit primärer Resektion (p < 0,05). Im Median wurden 24 Lymphknoten pro Patient in beiden Patientengruppen entfernt (neoadjuvante Therapie: 25,1 ± 9,3/Patient, primäre Resektion: 27,3 ± 17,1). Die Anzahl von Lymphknotenmetastasen war im Vergleich zu Patienten mit primärer Resektion in der Gruppe mit neoadjuvanter Therapie signifikant niedriger (median 1, rank 0-37 vs. median 4, rank 0 - 109; p < 0,05). Das Verteilungsmuster der Lymphknotenmetastasen war in beiden Gruppen nicht unterschiedlich. Die Kaplan-Meier Überlebensanalyse zeigte einen deutlichen Prognosevorteil für Patienten nach neoadjuvanter Chemotherapie (p < 0,05). Die Anzahl positiver Lymphknoten stellte in beiden Patientengruppen den wesentlichen unabhängigen Prognosefaktor dar. Schlussfolgerung: Bei Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des distalen Ösophagus scheint eine neoadjuvante Chemotherapie signifikant die Lymphknotenmetastasierung zu beeinflussen. Dies könnte die deutlich bessere Prognose dieser Patienten erklären.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2002

Authors and Affiliations

  • M. Feith
    • 1
  • H. J. Stein
    • 1
  • M. Werner
    • 2
  • U. Fink
    • 1
  • J. R. Siewert
    • 1
  1. 1.Chirurgische Klinik und PoliklinikTechnische Universität München, Klinikum rechts der IsarMünchenGermany
  2. 2.Institut für PathologieTechnische Universität München, Klinikum rechts der IsarMünchenGermany

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