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Klassenmedizin pp 185-206 | Cite as

Solidarität – „a second hand emotion“?

  • Bernd KalvelageEmail author
Chapter

Zusammenfassung

Solidarität speist sich aus den Gedanken von Gleichheit und Brüderlichkeit. Die Freiheit, die dritte Losung der französischen Revolution, scheint damit heute kaum vereinbar. Dass Gleichheit Glück bedeute (Wilkinson u. Picket 2010), ist schwer vermittelbar, eine „Gesellschaft der Gleichen“ (Rosanvallon 2013) eine Utopie. Die gesetzliche Krankenversicherung trifft dieser Wandel in ihrem Kern, dem „Solidaritätsprinzip“. Sie durchläuft zur Kostendämpfung Reform auf Reform in einer sinnlosen Endlosschleife. Die Rationierung medizinischer Leistungen, also die Verweigerung einer sinnvollen medizinischen Behandlung aus Kostengründen, wird heute als unvermeidlich propagiert. Das Kranksein scheint uns immer teurer zu stehen zu kommen, obwohl – oder weil Krankheit und Gesundheit zu einem wichtigen Treiber unserer Volkswirtschaft geworden sind, an der nur Anteil hat, wer mithalten kann. Kann sich die Heilkunst aus dieser ökonomischen Verkettung befreien?

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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