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§ 8 Aufklärungspflicht

  • Rudolf Ratzel
  • Hans-Dieter Lippert
Chapter

Zusammenfassung

Die Vorschrift ist erst 1988 in die MBO aufgenommen worden und war in der ursprünglichen Fassung der MBO nicht enthalten. § 8 regelt nicht nur, wie die Überschrift vermuten ließe, die Aufklärungspflicht, sondern auch die Einwilligung, derer der Arzt bedarf, um einen Patienten behandeln zu können. Die Neufassung regelt nunmehr auch die Inhalte, die die Aufklärung zu umfassen hat, das Wann und das Wie. Im Vordergrund steht dabei die Selbstbestimmungsaufklärung vor operativen Eingriffen, auf die immer wieder beispielhaft hingewiesen wird. § 8 gilt aber ebenso für die Sicherungsaufklärung wie für die therapeutische Aufklärung. In der ärztlichen Praxis wird die Norm massiv an Bedeutung verlieren. § 630e BGB regelt nunmehr detailliert, worüber der Arzt den Patienten wann, wo, wie und worüber aufzuklären hat. Er hat Vorrang vor § 8 MBO. Vorrang hat auch § 630d BGB, in dem die Einwilligung geregelt ist. Von Bedeutung ist auch die in §§ 1901 a ff. BGB neu ins Gesetz aufgenommene Patientenverfügung, die nunmehr regelt, wie mit dem Patientenwillen umzugehen ist. Für die berufsrechtliche Regelung bleibt da nur noch wenig Raum.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Ratzel RechtsanwälteMünchenDeutschland
  2. 2.UlmDeutschland

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