Advertisement

Corporate Social Responsibility und das Lauterkeitsrecht: Braucht es ein „Europäisches Unternehmerleitbild“?

  • Franz Jürgen Säcker
Chapter
Part of the MPI Studies on Intellectual Property and Competition Law book series (MSIP, volume 21)

Zusammenfassung

Beim Corporate Governance-Kodex geht es bislang allein darum, die Unternehmen zur Rechtstreue zu verpflichten. Unbeachtet bleiben ökologische und soziale Ziele, soweit diese (noch) nicht zum Inhalt der Rechtsordnung geworden sind. Die Vorstellung, dass Preisbildung und Markt nicht von der Ethik dirigiert werden sollten, war eines der großen Dogmen des klassischen Liberalismus. Das Regelwerk der UNO „The Responsibility of National Corporations and other Business Enterprises with regard to Human Rights” und die Corporate Social Responsibility-Richtlinien der EU wollen diese Ideologie überwinden aus der Erkenntnis heraus, dass eine moderne Zivilgesellschaft auch auf nicht in Rechtsnormen verdichteten gemeinsamen sozialen, ökologischen und kulturellen Grundüberzeugungen beruht, die ein Unternehmen beachten muss, wenn es langfristig erfolgreich sein will. Eine Beschränkung von Compliance auf die strikte Einhaltung von Rechtsnormen ohne ethische Fundierung i.S. eines auch sozial und ökologisch verantwortungsvollen Handelns würde auf Dauer jedes Corporate Governance System zu einem als lästig empfundenen Überbau machen. Das Corporate Governance-Konzept sollte deshalb stärker mit den Grundsätzen von Corporate Social Responsibility verbunden werden.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Energie- und Regulierungsrecht Berlin e. V.BerlinDeutschland

Personalised recommendations