Angiochemische Untersuchungen beim Diabetes mellitus

  • Gert Hevelke
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 61)

Zusammenfassung

Die Probleme der Zuckerkrankheit, insbesondere die Beherrschung des Coma diabeticum, schienen mit der Entdeckung des Insulins weitgehend gelöst. Die außerordentliche Besserung der Situation ist zwar durch den Rückgang der Komasterblichkeit von 64% in der Vorinsulinära auf etwa 1,8% in unseren Tagen gekennzeichnet, auf der anderen Seite ist die Bedeutung der degenerativen Gefäßleiden in unerwartetem Maße gewachsen; diese Tatsache kommt in der Zunahme der Todesfälle an Gefäßleiden von 17% in der Vorinsulinära auf etwa 70% bis heute zum Ausdruck (Joslin) Während die diabetische Retinopathie und Nephropathie als spezifisch diabetesbedingte Gefäßveränderungen der terminalen Strombahn allgemein Anerkennung gefunden haben, werden die degenerativen Prozesse der größeren arteriellen Gefäße, besonders der Coronar- und Extremitätenarterien, unter dem Begriff der Arteriosklerose subsummiert. Vom Standpunkt des pathologischen Anatomen aus ist es kaum möglich, die diabetesbedingte Spezifität von Gefäßveränderungen an den großen Verteilerarterien zu erkennen, weil die morphologische Ausdruckskraft der Gefäßwand begrenzt ist und die Antwort gegenüber Schädigungen verschiedener Art in verhältnismäßig gleichförmiger Weise erfolgt. Allein bei jüngeren Menschen erweckt das Vorliegen schwerer Gefäßveränderungen nach Ausschluß einer Hypertension, einer familiären Hypercholesterinämie und dergl. den Verdacht auf das Vorliegen eines Diabetes mellitus; auch soll eine Verknöcherung arteriosklerotischer Extremitätenarterien bei Diabetikern häufiger zu beobachten sein als bei Stoffwechselgesunden. An dem Zusammenhang zwischen Diabetes und Gefäßveränderungen besteht heute kein Zweifel mehr, mag die Gefäßerkrankung nun als direkte Folge der Zuckerkrankheit aufgefaßt oder die Ursache in einer gleichgerichteten, vom Diabetes an sich getrennt verlaufenden Stoffwechselstörung gesucht werden.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Asmron, N.: Brit. J. Ophthalm. 33, 407.Google Scholar
  2. Burger, M.: Altern u. Krankheit (Leipzig 1954). Verh. dtsch. Ges. inn. Med. 51. Kongr. 1939, S. 87. Angiopathia diabetica. Stuttgart: Thieme 1954.Google Scholar
  3. Faber, M., u. F. Lund: Arch. of Path. 52, 239 (1951).Google Scholar
  4. Friedenwald, J. S.: Amer. I. Ophthalm. 33, 1187 (1949).Google Scholar
  5. Gerritzen, P.: Z. exper. Med. 85, 700 (1932).Google Scholar
  6. Hevelke, G.: Z. Altersforsch. VIII, 2, 130 (1954); VIII, 3, 219 (1955).Google Scholar
  7. Joslin, E. P.: Treatment of Diabetes mellitus. Philadelphia 1952.Google Scholar
  8. Keuenhof, W., D. H. Kor.: Z. exper. Med. 99, 645 (1936).CrossRefGoogle Scholar
  9. Kimmelstiel, P.: Preglfestschrift Mikrochemie 1929 S. 165.Google Scholar
  10. Lundbaek, K., u. V. Posborg Petersen: Acta med. scand. (Stockh.) V, 354 (1953).Google Scholar
  11. Mcmanus, J. F. A.: Proc. Amer. Diab. Assoc. 9, 303 (1950).Google Scholar
  12. Meyer, W. W.: Virchows Arch. path. Anat. 320, 67 (1950).Google Scholar
  13. Schönheimer: II. Kongr. geogr. Path. S. 538. Utrecht 1934.Google Scholar
  14. Windaus, A.: Z. physiol. Chem. 67, 174 (1910).CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1955

Authors and Affiliations

  • Gert Hevelke
    • 1
  1. 1.Medizinischen Universitätsklinik LeipzigDeutschland

Personalised recommendations