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Über Natur und klinische Eigenschaften des Serumzinks

  • H. Wolff
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 58)

Zusammenfassung

Wir haben uns in der letzten Zeit eingehend mit den biochemischen und klinischen Eigenschaften des Spurenmetalls Zink beschäftigt. So konnten wir auf dem vorjährigen Internistenkongreß zeigen, daß die Zinkverteilung im Pankreas durch eine selektive Anreicherung des Elements in den β-Zellen des insularen Apparates charakterisiert ist und daß das Inselzink eine entscheidende Rolle bei der Insulinformation und der Entstehung verschiedener Formen von experimentellem Diabetes spielt. Wir möchten Ihnen heute in Kürze ein größeres Ergebnismaterial vorlegen, das die Natur und die klinischen Eigenschaften des Serumzinks zum Gegenstand hat. Wir konnten bereits berichten, daß Zink im Serum einen größenordnungsmäßig konstanten Spiegel besitzt, der zwischen 120 und 170 γ-% schwankt Wir haben nun versucht, die Bindungsform des Zinks im Plasma zu studieren. Der größere Teil des Serumzinks, nach unseren informatorischen Untersuchungen etwa 60%, ist an Albumin, der Rest an Globuline gebunden. Das Zink der Albuminfraktion ist dialysabel, also locker gebunden, an ihm spielen sich die später genannten Verschiebungen des Serumzinks in pathologischen Situationen des Organismus ab. Das Albuminzink scheint die Transportform des Serumzinks darzustellen. In der Globulinform war Zink nicht dialysabel, also fest gebunden, und scheint einem nicht identifizierten zinkhaltigen Wirkstoff anzugehören. Wir haben geprüft, ob das zinkbindende Globulin mit dem metallbindenden β 1-Globulin von Schade und Caroline identisch ist, das den Eisentransport im Serum besorgt. Wir haben zu diesem Zwecke 10 mg Zink als Acetat an gesunde Versuchspersonen intravenös verabfolgt und folgendes beobachtet: Das Serumzink steigt nach der Injektion schlagartig an und kehrt über Stunden langsam zur Norm zurück. Das Serumeisen bleibt in dieser Zeit praktisch unverändert, ebenso die Eisenbindungskapazität des Serums, die wir mit Hilfe einer von uns entwickelten spektralphotometrischen Mikromethode kontrollierten. Das heißt mit anderen Worten: Durch die schlagartige Zinkzufuhr scheint weder Eisen aus seinen Globulinbindungen verdrängt noch die Fähigkeit des Serums, Eisen zu binden, beeinflußt zu werden, das eisenbindende β 1-Globulin scheint daher nicht mit als zinkbindendes Prinzip des Serums zu fungieren. Wir haben dann das Verhalten des Serumzinks bei etwa 200 Fällen verschiedener interner Erkrankungen studiert und signifikante Veränderungen beobachtet. Im Fieber fand sich ein umgekehrt proportionales Verhalten zwischen Serumzink und Körpertemperatur. Diese Erscheinung wird besonders eindrucksvoll durch das Verhalten des Zinkspiegels bei lobären Pneumonien illustriert.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1952

Authors and Affiliations

  • H. Wolff
    • 1
  1. 1.MünchenDeutschland

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