Verlauf und Prognose der akuten Glomerulonephritis bei Anwendung neuerer Untersuchungsmethoden

  • F. Reubi
Conference paper
Part of the Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin book series (VDGINNERE, volume 58)

Zusammenfassung

Die Anwendung neuerer Untersuchungsmethoden wie der Bestimmung des Glomerulusfiltrates und der Nierendurchblutung (1) hat unsere Auffassungen über Wesen und Entstehung der Glomerulonephritis (GN) stark beeinflußt. Bis vor kurzem hat man sich von postmortalen Beobachtungen (z. B. von der sogenannten Blutleere der Glomeruluscapillaren) zu stark beeindrucken lassen. Da die GN im akuten Stadium nur ausnahmsweise zum Tode führt, entsprechen die bei den wenigen sezierten Fällen gewonnenen histologischen Bilder nicht dem gewöhnlichen Substrat dieser Affektion. Eine primäre Ischämie im Sinne Volhards (2) läßt sich nicht nachweisen. In den ersten Krankheitstagen ist die Nierendurchblutung normal, gelegentlich erhöht, selten leicht vermindert. Das Glomerulusfiltrat hingegen ist oft erheblich reduziert, so daß der filtrierte Anteil des glomerulären Plasmastromes („filtration fraction“ der Amerikaner) zu klein wird. Die Herabsetzung des Filtrates ist somit nicht eine Folge der früher postulierten Ischämie, sondern vielmehr der organischen Capillarveränderungen, welche zu einer Verkleinerung der filtrierenden Oberfläche führen (3). Dies wird ohne weiteres verständlich wenn man die GN als allergische Entzündung betrachtet. Jede Entzündung ist mit einer gewissen Hyperämie verbunden. Die partielle Verlegung der Glomerulusschlingen würde an sich eine Verminderung des Blutstromes bewirken, welche aber durch die entzündliche Vasodilatation kompensiert, sogar überkompensiert wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1952

Authors and Affiliations

  • F. Reubi
    • 1
  1. 1.medizinischen Universitätsklinik BernSwitzerland

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