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Der seelische Befund (Status psychicus)

  • Hans W. Gruhle

Zusammenfassung

Der psychische Status muß oft unter dem Schein einer einfachen Unterhaltung erhoben werden, während dem Kranken nicht einmal immer die Absicht des Arztes, ihn zu untersuchen, bekannt ist. Diese eigenartigen Verhältnisse der psychiatrischen Exploration bringen es mit sich, daß die Einhaltung eines bestimmten Schemas nur in großen Umrissen möglich ist. Grundsätzlich soll der Untersucher auf den Gedankengang des Kranken eingehen, ihn ausreden lassen, sein Vertrauen gewinnen und dennoch dauernd bestrebt bleiben, ihm während des möglichst unbefangenen Plauderns alles zu entlocken, was für die Diagnose wichtig ist. Bei notwendigen Zwischenfragen muß man oft sehr vorsichtig und taktvoll verfahren, um nicht Mißtrauen zu erregen, weil sonst der Kranke verstummen und weitere Auskunft verweigern kann. Dennoch ist es für den Anfänger wünschenswert, daß er eine Art Schema hat, nach welchem er bei seinen Beobachtungen und Fragen vorzugehen sucht, und in das er die erlangten Ergebnisse und auch seine Beobachtungen über das äußere Gebaren des Kranken einordnet.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1947

Authors and Affiliations

  • Hans W. Gruhle

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