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Zusammenfassung

Bei dem Verfahren wird auf einen vollen oder als Hohlteil vorgepreßten Rohling ein Druck von etwa dem Dreifachen seiner Festigkeit ausgeübt; im angewärmten Zustand sinkt der notwendige Druck auf den Rohling. Eine einwandfreie Auspressung des Teils ist dann zu erwarten, wenn während des Preßvorganges ein Schub auftritt. Dies wird dadurch erreicht, daß man an der Stirnseite eckiger Stempel vier schräge Flächen, nach außen etwa 0,2 mm ansteigend, oder für runde Preßteile eine entsprechende Balligkeit vorsieht. Bei diesem Formgebungsverfahren lassen sich entsprechend dem hohen mittleren Druck in einem einzigen Arbeitsgang nahezu beliebig große Formänderungen erzielen. Mit gutem Erfolg ist zu rechnen, wenn die Randflächen des Rohlings blank gemacht sind durch Trommeln oder Nachschneiden mittels Schnitt- und Blankzuges. Je glatter die Randflächen ausfallen, um so schöner wird das Teil aussehen. Da die Beanspruchung des Preßwerkzeuges außerordentlich groß ist, soll ein hochwertiger Werkzeugstahl mit hoher Festigkeit verwendet werden. Für Preßstempel eignet sich der Stahl 210 Cr 46 mit 2,1% C, 0,35% Si, 0,3% Mn und 11,5% Cr, der im gehärteten Zustand eine Festigkeit σ B ≈240 kg/mm2 besitzt. Der Gegenstempel (Matrize) wird am besten aus einem Einsatzstahl mit σ B ≈60 kg/mm2 gemacht. Zur Herstellung der Matrize wird der Rohling planpoliert und die Teilform im kalten Zustand eingedrückt; dieser Stempel (Pfaffe genannt) hat genau die Außenform des Preßteils und ist nicht mit dem Preßstempel für die Teilfertigung zu verwechseln. Die Kraterbildung, die durch das Eindrücken des Pfaffen entsteht, wird weggearbeitet. Dann ist die Matrize mit Durferit zunderfrei zu härten. Durch das kalte Eindrücken des Pfaffen zur Herstellung der Matrize wird das Stahlgefüge außerordentlich verdichtet und durch die Härtung noch widerstandsfähiger gemacht. Die Matrize bemesse man außen nicht zu klein, da sonst beim Einpressen des Pfaffen der Werkstoff seitlich verdrängt und nicht gut ausgepreßt wird. Im folgenden werden einzelne Preßbeispiele gezeigt, nach denen Werkzeuge in ähnlicher Art ausgeführt werden können.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1954

Authors and Affiliations

  • Eugen Kaczmarek
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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