Erkrankungen einzelner Organe und Organsysteme

  • August Ritter von Reuss
Part of the Enzyklopaedie der Klinischen Medizin book series (EKM)

Zusammenfassung

Die Inspektion der Mundhöhle und des Rachens ist beim Neugeborenen nicht ganz leicht. Die Kinder setzen dem Öffnen des Mundes gewöhnlich einen gewissen Widerstand entgegen ; es gelingt zwar, wenn man den Spatel möglichst weit hinten in der Nähe des Kiefergelenks zwischen die Kieferränder schiebt, meist unschwer, letztere auseinanderzubringen, aber auch bei geöffnetem Mund erschwert die Enge der Mundhöhle die Inspektion, insbesondere die der Tonsillen und des Rachens. Statt der soliden Spatel empfiehlt sich auch beim Neugeborenen die Verwendung des durchbrochenen Pirquetschen Mundspatels, da man denselben mit senkrecht zur Kieferspalte gerichteter Ebene zwischen die Kiefer führen und durch die Lichtung bequem hindurchsehen kann.

Literatur

  1. 1).
    1) Nachtrag während der Korrektur. E. Kehrer (Arch. f. Gynäkol. 99, 1913, 372, und Jahrb. f. Kinderheilk. 27, 1913, 629) beschreibt jüngst Fälle von Krampfzuständen bei Neugeborenen mit Beugekontrakturen der Extremitäten, Pfötchenstellung der Hände, positivem Fazialis- und Trousseau-Phänomen, mechanischer Übererregbarkeit der Muskeln; nach Kalziumdarreichung rasche Besserung. Ob man berechtigt ist, auf Grund der genannten tetanoiden Symptome die Erkrankung, welche zum Teil unter Somnolenz und Fieber verlief und niemals von Laryngospasmus begleitet war, als Tetanie anzusprechen, erscheint fraglich. Verf. beobachtete kürzlich ein Kind mit Subduralblutung, welches nicht nur ein sehr lebhaftes Fazialisphänomen, sondern auch die Trousseausche Handstellung und äußerst hochgradige mechanische Erregbarkeit der Extremitätenmuskulatur gezeigt hatte. In den Epithelkörperchen fanden sich bei der (von Erdheim vorgenommenen) Sektion keine anatomisch erkennbaren Veränderungen. Die tetanoiden Symptome sind in diesem Fall sicherlich mit dem Gehirntrauma in kausalen Zusammenhang zu bringen, und es ist gewiß nicht ausgeschlossen, daß gelegentlich auch toxische Einflüsse ähnliche Erscheinungen hervorrufen können, ohne daß jene Diathese vorliegt, welche wir Tetanie nennen.Google Scholar
  2. 1).
    1) Nachtrag während der Korrektur. A. Kraus (Arch. f. Dermat. u. Syph. 116. 1913. 723) schlägt vor, die als „Milien“ bezeichneten Gebilde als „Comedones neonatorum“ und die sich aus ihnen unter Umständen entwickelnden entzündlichen Affektionen als „Akne neonatorum“ zu bezeichnen.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1914

Authors and Affiliations

  • August Ritter von Reuss
    • 1
    • 2
  1. 1.Universitäts-KinderklinikDeutschland
  2. 2.I. Universitäts-Frauenklinik zu WienÖsterreich

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