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Zusammenfassung

Es kann keinem Zweifel unterliegen, dass im Tierreich wie im Pflanzenreich den erblichen Unterschieden, die eine Art von ihren nächsten Verwandten trennen, stets stoffliche Differenzen zugrunde liegen. Das ist bei Unterschieden in der chemischen Zusammensetzung und im Stoffwechsel ohne weiteres deutlich, wenn z. B. zwei Tierarten verschieden kristallisierende Hämoglobine besitzen oder die Verschiedenheit ihrer Blutsera durch das Ausbleiben der Präzipitinreaktion verraten. Aber auch wenn die für uns erkennbaren Merkmale selbst nicht stofflicher Natur sind, wenn sie z. B. in Form- oder Größenunterschieden bestehen, müssen wenigstens die Anlagen, auf deren Entfaltung unter den gegebenen äußeren Bedingungen das Auftreten der betreffenden Merkmale beruht, chemisch verschiedene Körper sein.

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Literatur

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    Rechnet man die mit Roggen bebaute Fläche für Deutschland zu 6 Millionen Hektar, für Europa zu 41 Millionen (nach dem statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich, 1903) und nimmt für den Quadratmeter 100 Roggenpflanzen an, so erhält man für jedes Jahr 6 resp. 41 Billionen RoggenpflanzenGoogle Scholar
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    Es sei die Zahl der Individuen so groß, wie die Zahl der möglichen Isomerien, nämlich = n, und der Zufall entscheide nicht nur, was für ein Isomer jedesmal entsteht, sondern auch, welches Individuum dieses Isomer in jedem einzelnen Falle erhält, so stehen für das zweite Individuum nicht mehr n-Isomerien zur Verfügung, sondern nur n — 1 (eine hat ja schon das erste Individuum erhalten), für das dritte n — 2, für das vierte n —3 usw., bis für das letzte Individuum nur noch ein Isomer übrig ist. Für das zweite Individuum sind die Chancen, ein anderes Isomer zu erhalten als das erste,- n. (n — 1) für das dritte n.u. s. f.; für das letzte n’. Dieser Wert n! wird mit n•n•n n“steigendem n sehr rasch verschwindend klein gegenüber den Potenzen von n. Für n = 2 ist die Chance, dass jedes Individuum ein anderes Isomer bekommt, 1, für n = 3 ist sie r.: 6 7, für n = 43’,-,`«, für n = 53’ì °r, für n = 6 schon.~ iis s u. s. w. Nur dadurch, dass die Zahl der möglichen Isomerien größer ist als die der zu versehenden Pflanzen, und zwar in einem Verhältnis, das sehr viel rascher zunimmt als die Zahl der Pflanzen, kann das ausgeglichen werden.Google Scholar
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    L. Jost, tJber die Selbststerilität einiger Blüten. Botan. Zeit. 1907. Heft V u. VI. Die Fälle, in denen die Narbe verletzt werden muss, damit der Blütenstaub auf ihr keimen kann, wo aber, nach dieser Verletzung, fremder und eigener Pollen gleich tauglich zur Befruchtung ist, scheiden für uns aus. Hier besteht keine Selbststerilität, es muss nur überhaupt ein Insektenbesuch erfolgen, damit eine wirksame Bestäubung eintritt. Man könnte solche Pflanzen (der Goldregenbaum, Cytisus Laburnum, gehört dazu) einfach in die Kategorie der „Herkogamen“ stellen.Google Scholar
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    Im letzteren Falle sprangen die Schoten trotzdem ganz normal auf. Dies ist mit Rücksicht auf die Versuche K. v. GoEBEL’s, durch Abtöten aller jungen Samen bis auf einen die Schote von Sinapis arvensis zur Schließfrucht zu machen (Naturw. Wochenschr., N. F., Bd. X, S. 829, 1911), von Interesse.Google Scholar
  13. 1).
    Die eine verdanke ich der Freundlichkeit von Verwandten, die andere der des Herrn Apothekers VÖLTER in Nürtingen, dem ich auch an dieser Stelle noch meinen besten Dank ausspreche.Google Scholar
  14. 1).
    Es ist vielleicht nicht überflüssig, noch besonders darauf hinzuweisen, dass darüber, ob eine Befruchtung erfolgt oder nicht, die Beschaffenheit der beiden Elternpflanzen entscheidet, nicht die Beschaffenheit der Anlagen, die den Keimzellen im unentfalteten Zustande mitgegeben werden.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1924

Authors and Affiliations

  • Carl E. Correns

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