Prävalenz allergischer Erkrankungen im 5-Jahresvergleich. Haben die subjektiven und objektiven Parameter zugenommen?

  • M. Drosner
  • M. A. Schreiber
Conference paper
Part of the Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie book series (MEDINFO, volume 75)

Zusammenfassung

Bei einer bereits hohen Prävalenz atopischer Erkrankungen, festgestellt an 509 Wehrpflichtigen im Jahr 1985, interessierte die Frage, ob nach einem Zeitraum von 5 Jahren sich eine Änderung abzeichnet. Zur Beantwortung wurden deshalb 1990 nochmals 511 Wehrpflichtige unter den gleichen Bedingungen untersucht (Anamnese, körperliche Untersuchung, spezifische IgE-Antikörper). Während einige der subjektiven, Atopie-bezogenen Parameter eine Abnahme zeigten, fand sich bei den spezifischen IgE-Antikörpern als objektivem Kriterium eine deutliche Zunahme der Sensibilisierungsrate von 52,3% auf 63,1% (p < 0,001). Bei den einzelnen Allergenen fand sich diese Zunahme vor allem bei Katzen- (p ≪ 0,001) und Hundehaaren (p < 0,01). Der wertere Anstieg der Sensibilisierungsraten bei bereits hoher Ausgangslage in nur 5 Jahren unterstreicht die epidemiologische Relevanz und die sozialmedizinische Bedeutung allergischer Erkrankungen und verlangt nach weiteren engmaschigen Kontrolluntersuchungen. Die vorliegenden Ergebnisse lassen sich durchaus epidemiologisch auf die Allgemeinbevölkerung übertragen, da (a) geschlechtsspezifische einseitige Verteilungen atopischer Erkrankungen nicht anzunehmen sind, wie entsprechende Untersuchungen zeigen konnten, und (b) bevölkerungsrelevante Prävalenzangaben atopischer Erkrankungen sich auf Untersuchungen erst ab dem Adoleszentenalter beziehen sollen, da vor der Pubertät eine klinische Symptomatik nur in 62% manifest wird (ermittelt am Beispiel Pollinose). Bei epidemiologischen Erhebungen „allergischer Erkrankungen“ ist zu beachten, daß die weniger zuverlässigen subjektiven Parameter, z.B. Anamnesedaten aus Fragebogen-Interviews, durch objektive Parameter, z.B. durch das Gesamt IgE oder die hier aufgeführten spezifischen IgE-Antikörper, ersetzt oder zumindest ergänzt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1992

Authors and Affiliations

  • M. Drosner
    • 1
  • M. A. Schreiber
    • 2
  1. 1.Dermatologische Klinik und PoliklinikTechnischen Universität MünchenDeutschland
  2. 2.Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE)Universität MünchenDeutschland

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