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Zusammenfassung

Ilias und Odysse schildern die früheste Kulturperiode des hellenischen Volkes. Unter den vielen überraschend hochentwickelten Kenntnissen und Fähigkeiten der homerischen Menschen nimmt die Heilkunde eine so hervorragende Stellung ein, wie wir sie aus der Frühzeit keines anderen Volkes kennen. So gewährt uns der alte Dichter nicht nur einen Einblick in die Uranfänge der griechischen Heilkunde, sondern in die Entstehung der Heilkunde überhaupt. Dem humanistisch gebildeten Ärztestande auch im Urtexte zugänglich, wurden die homerischen Gedichte vielfach von medizinischen Gesichtspunkten aus bearbeitet1. Neben zünftigen Medizinhistorikern haben sich praktische Ärzte aus dem unruhigen Getriebe ihres Berufes gern zu den Gedichten des uralten Sängers geflüchtet; Militärärzte haben das Kriegssanitätswesen Homers studiert, Anatomen seine großen Kenntnisse vom Bau des menschlichen Körpers und Chirurgen seine trefflichen Beschreibungen von Kriegsverletzungen bewundert. Der Arzt ist durch seine naturwissenschaftliche Schulung und den intimen beruflichen Verkehr mit Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft in großem Vorteile, wenn es sich darum handelt, in das Fühlen und Denken längst vergangener Zeiten einzudringen und uralte naturwissenschaftliche und ärztliche Beobachtungen richtig zu verstehen. So kann er dem Philologen, dem ärztliche Kenntnisse zumeist gänzlich fehlen, nützliche Hilfe leisten.

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Literatur

  1. 2.
    Bielschowsky: Goethe, 7. Aufl., München 1905, Bd. 2, S. 379.Google Scholar

Copyright information

© J. F. Bergmann in München 1929

Authors and Affiliations

  • Otto Körner
    • 1
  1. 1.RostockDeutschland

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