Advertisement

Die Ernte der Früchte

  • F. Tobler

Zusammenfassung

Der eingebrachte, also angetrocknete Flachs muß vor der Nutzung der Stengel von den Früchten befreit werden. In alter Zeit, wo entweder die Gewinnung der Samen aus den Früchten den Hauptertrag vorstellte, oder wo das Flachsstroh an sich geringere Fasernutzung erwarten läßt, ist der Flachs mit Dreschflegeln bearbeitet werden, ein Verfahren, das von anderen Körnerfrüchten übernommen, natürlich zu einer sehr wesentlichen mechanischen Schädigung der Stengel und damit der Faser führen muß (vgl. S. 31). Offenbar ist aber an vielen Orten schon frühzeitig der Versuch gemacht worden, gerade den Flachsstengel bei der Gewinnung der Früchte zu schonen. Man bedient sich zu diesem Zweck in verschiedenen Ländern verschieden geformter Einrichtungen, die im großen und ganzen in Art eines Kammes das Abstreifen der Kapseln (Knoten) von den durchgezogenen kleinen Bündeln der Stengel gestatten. Diese Maßnahme (früher in Deutschland Reepen oder Riffeln genannt) hat sich mehr oder weniger auch noch heute erhalten und ist in der Tat geeignet, die Faser weitgehend zu schonen. In neuerer Zeit hat man auch hierfür Maschinenkonstruktionen eingeführt, unter denen etwa die Flachsriffelmaschine Ullersdorf als ein Typus gelten kann, der die Handriffel ungefähr nachahmt. Das Stroh wird dabei auf einem Rade fest angepreßt vom Zuführertisch an die Riffeltrommel gebracht, deren Zähne die Knoten, ähnlich wie der Riffelkamm, fassen und abstreifen, während Wirrstroh gleichzeitig herausfällt.

Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1928

Authors and Affiliations

  • F. Tobler

There are no affiliations available

Personalised recommendations