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Meinungen einiger Autoren

  • A. Goldscheider

Zusammenfassung

Von Autoren, welche sich mit der Frage der Schmerznerven beschäftigt haben, ist in erster Linie Ch. Richet zu nennen, welcher in seinen Recherches sur la Sensibilité2), in einem Vortrag auf dem internation.psychologischen Kongreß in München3) (1896) und in der mit diesem identischen Arbeit in der Revue scientifique1) sowie in dem Artikel Douleur im Dictionnaire de Physiologie2) das Schmerzproblem behandelt hat. In seinen Recherches, welche ein noch immer sehr beachtenswertes Kapitel über diesen Gegenstand enthalten, kommt R. zu dem Ergebnis, daß der Schmerz nichts anderes ist als die Empfindung einer starken Reizung. Trotzdem nimmt er ein eignes Schmerzzentrum im Gehirn an, welches die Eigenschaft hat, nur durch starke Erregungen in Tätigkeit versetzt zu werden. Richet behauptet also nicht, daß es Schmerznerven gebe — obwohl sich fälschlich in der Literatur mehrfach diese mißverständliche Angabe findet —, sagt vielmehr ausdrücklich, daß jeder sensible Nerv (mit Ausnahme der von ihm als sensoriell bezeichneten höheren Sinnesnerven) bei hinreichend starker Erregung Schmerz entstehen lasse. Der Schmerz ist eine Funktion der Zentren.

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Literatur

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Copyright information

© Julius Springer in Berlin 1920

Authors and Affiliations

  • A. Goldscheider
    • 1
  1. 1.III. Medizinischen KlinikUniversität BerlinDeutschland

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