Friedrich der Große in seiner Stellung zum Maschinen-problem

Ein Beitrag zur Geschichte der merkantilistischen Gewerbepolitik
  • Carl Ergang

Zusammenfassung

Als mit Ausgang des Mittelalters die Geldwirtschaft an Stelle der Naturalwirtschaft trat, hatte die Todesstunde des Feudalismus geschlagen. Als sein Erbe folgte die absolute Monarchie, die mit wachsender Macht den Kreis ihrer Aufgaben ständig zu erweitern suchte. Um hierzu in der Lage zu sein, um den Einfluß des Monarchen nach jeder Richtung zu stärken, bedurfte es aber geordneter Finanzen. Der an Stelle des Söldners tretende miles perpetuus, die wachsende Schar der auf Geldbezüge gestellten Beamten, sie alle setzten eine gefüllte fürstliche Kammer voraus. Es ist unter diesem Gesichtspunkt erklärlich, wenn der Merkantilismus das Geld in den Mittelpunkt seiner volkswirtschaftlichen Untersuchungen und praktischen Maßnahmen stellt. Reichtum und Geld sind ihm gleichbedeutend. Erfreut sich daher ein Land nicht selbst des Besitzes von Edelmetallbergwerken, so muß es bedacht sein, durch andere Mittel den befruchtenden Strom des gelben Metalles in seine Gefilde zu lenken. Auf diesem Grunde beruht die starke Betonung der Lehre von der Handelsbilanz, d. h. Beschränkung der Ein- und Förderung der Ausfuhr, um sich die Differenz vom Ausland in Gold bezahlen zu lassen. Wollte man zu einer günstigen Handelsbüanz gelangen, so mußte der Staat, d. h. der Fürst, es sich angelegen sein lassen, solche Gewerbe zu pflegen, die Ausfuhrartikel von hohem Werte herstellten. Eine Voraussetzung für das Gedeihen der Gewerbe war aber das Vorhandensein einer zahlreichen gewerblichen Bevölkerung; wir finden daher bei allen merkantilistischen Monarchen eine eifrige Fürsorge für „Peuplierung“ ihrer Länder.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1910

Authors and Affiliations

  • Carl Ergang
    • 1
  1. 1.Freiburg i. B.Deutschland

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