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Die Bedeutung statistischer Faktoren für die Analyse biologischer Reaktionsabläufe

Zusammenfassung

Bei der Anwendung mathematischer Verfahren auf biologische Reaktionen wird oft übersehen, daß die Mathematik eine Sprache ist, d. h. ihre Anwendung auch ohne „grammatikalischen Verstoß“ zu falschen Aussagen führen kann. So ist die Beschreibung eines Reaktionsablaufs durch eine bestimmte Funktion nur sehr gelegentlich eine echte Analyse: Auch wenn sich etwa eine Konzentrationsabhängigkeit einer Wirkung mit dem Formalismus des Massenwirkungs- oder Adsorptionsgleichgewichts beschreiben läßt, so ist das meist eher ein Hinweis auf die Elastizität der Formel als auf Beteiligung bestimmter physikochemischer Vorgänge. Im folgenden soll gezeigt werden, daß die Wirksamkeit statistischer Faktoren sehr erhebliche Fehlanalysen bewirken kann und in vielen Fällen vielleicht eine mathematische Analyse überhaupt verhindert. Statistische Faktoren werden heute allgemein für den Fall der Dosis- oder Konzentrationsabhängigkeit eines Effekts berücksichtigt, bei der Analyse zeitlicher Abläufe und anderer Funktionalzusammenhänge jedoch fast regelmäßig vernachlässigt. Auf die Bedeutung dieser Faktoren führten uns Beobachtungen an Blut und Blutzellensuspensionen (Methämoglobinbildung und -rückbildung, Hämolyseversuche usw.), an welchen sie bereits früh auch Ponder 1 und Wildbrandt 2 aufgefallen sind. Grundsätzlich aber dürften sie an anderen vielzelligen Organen oder auch Gesamtorganismen genau so von Bedeutung sein.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1952

Authors and Affiliations

  • F. Jung
    • 1
  1. 1.Berlin-BuchDeutschland

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