Herstellung von Ampullen

  • Philipp Fischer

Zusammenfassung

Da es von größter Wichtigkeit ist, daß dem Arzt stets möglichst frische Injektionslösungen zur Verfügung stehen (z. B. Morphium-Skopolamin-Ampullen), sollte die Apotheke mehr als bisher die Ampullenherstellung selbst in die Hand nehmen, zumal sie sehr lohnend und so einfach ist, daß sie auch im kleinsten Apothekenbetrieb durchgeführt werden kann. Man hat folgende Arbeiten auszuführen:
  1. 1.

    Herstellung der Injektionslösung (vgl. dazu auch „Herstellung steriler Injektionslösungen“ S. 138).

     
  2. 2.

    Abschneiden der Ampullen (am besten mit einem der kleinen Schneideapparate, die Von einschlägigen Firmen geliefert werden).

     
  3. 3.

    Füllen (aus gewöhnlicher Bürette mit angeschlossener Pravaznadel oder mit einem der sehr preiswerten Apparate nach Telle, möglichst mit dem Zuführer nach Stich. Man füllt 10% mehr als vorgeschrieben, also 1,1 statt 1 ccm usw.).

     
  4. 4.

    Zuschmelzen (Bunsenbrenner genügt).

     
  5. 5.

    Sterilisieren (30 Minuten bei 100–102° oder an drei aufeinanderfolgenden Tagen je 30 Minuten bei etwas niedrigerer Temperatur: „Tyndallisieren“).

     
  6. 6.

    Prüfen auf unsichtbare Sprünge durch Einlegen in heiße Methylenblaulösung, Ampullen mit blau gewordenem Inhaltausscheiden. Man bezieht am besten Ampullen aus (farblosem) Jenaer Glas, die praktisch kein Alkali abgeben. Um auch bei langem Lagern der Ampullen Abscheidungen infolge von Glasalkalität mit Sicherheit zu vermeiden, verwendet man als Lösungsmittel, z. B. nach Zimmermann für Apomorphinlösungen entsprechende Zusätze von Milchoder Phosphorsäure, was. auf die tberlegung zurückzuführen ist, daß diese Stoffe regelmäßig im Organismus besonders im Muskel vorkommen; für Morphium- und andere Alkaloidampullen wird statt Aqua dest. n/1000 HCl empfohlen (s. nachfolgende Vorschrift für Morphium-Ampullen und vgl. Rapp: Ampullen Pharm. Ztg. 1929, 28.)

     

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1938

Authors and Affiliations

  • Philipp Fischer
    • 1
  1. 1.städtischen Krankenhaus NürnbergNürnbergDeutschland

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