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Antihistaminica

  • P. H. List
  • L. Hörhammer
Part of the Handbuch der Pharmazeutischen Praxis - Vollständige (4.) Neuausgabe book series (HAGER 4.AUFL., volume 1)

Zusammenfassung

Antihistaminica sind Stoffe verschiedener chemischer Struktur, deren Charakteristi kum ist, daß sie bei relativ geringen Konzentrationen bzw. Dosen an isolierten Organen und im Gesamtorganismus Wirkungen des Histamins aufzuheben bzw. zu verhindern vermögen. Histamin und dem Histamin der Wirkung nach nahestehende, chemisch noch unbekannte Stoffe, die sog. H-Substanzen, sind im Körper entstehende biogene Amine, denen Überträgerstoffcharakter zuerkannt wird. Sie entstehen in unphysiologischen Mengen bei einer Reihe von Erkrankungen, vor allem solchen, die zum allergischen Symptomenkomplex gehören, und bewirken erhöhte Gefäßdurchlässigkeit, Hautjucken, Verengerung der Bronchien, Kollaps. Ein erhöhter Histamingehalt im Blut findet sich auch bei Verbrennungen und bei Erfrierungen. Meist spielen sich aber, besonders bei Antikörper-Antigenreaktionen, wie sie der Allergie zugrunde liegen, komplizierte Vorgänge ab, bei denen neben den H-Substanzen weitere hochwirksame Stoffe wie Acetylcholin, „Leukotaxin Menkin“, Heparin u.a. mehr freigesetzt werden [Friebel, H.: Vortragsreferat i. Mitt. dtsch. pharm. Ges. 24. 43 (1954)]. Da Versuche am isolierten Organ, insbesondere am Darm des Meerschweinchens, gezeigt hatten, daß der Antagonismus in einem relativ breiten Konzentrations -bereich durch ein bestimmtes Mengenverhältnis Histamin : Antihistamin zustande kommt, nahm man zunächst an, daß der Wirkungsmechanismus der Antihistamine als eine Verdrängung des Histamins von seinem Angriffspunkt zu erklären sei. Heute ist man jedoch der Ansicht, daß andere und vielfältige Mechanismen ablaufen, z. B. in der Weise, daß die Histamin Wirkung als solche durch die Antihistaminica blockiert wird.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1967

Authors and Affiliations

  • P. H. List
  • L. Hörhammer

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