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Langfristiges Planen

Volume 41 of the series Ethics of Science and Technology Assessment pp 165-214

Date:

Ethik der langfristigen Planung

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Zusammenfassung

So sehr die gegenwärtigen Debatten um die Risiken wissenschaftlich-technische Entwicklungen, um Artensterben und Ressourcenknappheit, um Finanzkrisen und Staatsverschuldung und anderes mehr auf eine „Zukunftsverantwortung“ fokussiert sind, so einig sich die Gesellschaft in ihrer Verpflichtung zur Gerechtigkeit gegenüber künftigen Generationen auch ist – die Perspektivierung dieser Debatten erweist sich als ein neues, noch junges Phänomen: Noch vor wenigen Jahrzehnten war die Vorstellung der Zukunft eher bestimmt durch die Erwartung, dass die von der Elterngeneration geleistete Arbeit einen der feindlichen (natürlichen oder menschlichen) Umwelt abgerungenen Mehrwert schafft, der immer auch den Jüngeren zugutekommen würde. Als allenthalben rechtfertigungsbedürftige Ungleichheit erschiene danach die erwartete Besserstellung der nachfolgenden Generationen, und so ist bis in die jüngste Zeit die professionelle Ethik mit dieser Frage ebenso beiläufig umgegangen wie Kant vor zweihundert Jahren, der lediglich vermerkt: