Netzwerkgüter

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Zusammenfassung

In einer Welt, die durch IuK-Netzwerke geprägt ist, kommt es aufgrund von (in-)direkten Netzeffekten dazu, dass der Wert von Netzwerkgütern mit zunehmender Verbreitung steigt. Erwartungen der Nutzer hinsichtlich der Durchsetzung von Netzwerkgütern am Markt können zu positiven Netzwerkexternalitäten im Sinne einer sich selbst erfüllenden Prognose führen. Netzwerkgesetze beschreiben das Wachstum und die Ausbreitung von Netzen anhand von statistischen Regelmäßigkeiten. Die Analyse von Netzwerkmärkten zeigt, dass die Ausbreitung und Stabilität von Netzwerken die Überschreitung eines Tipping Points voraussetzt, der die kritische Masse an Nutzern beschreibt. Der Markterfolg von IuK-Technologien ist nicht nur vom Verkauf der Güter, sondern von ihrer Nutzerakzeptanz abhängig. Die Adoptionstheorie benennt die wichtigsten Einflussfaktoren, die über die Annahme oder Ablehnung einer Technologie entscheiden. In diesem Kontext ist die Unterscheidung von Adoptergruppen sinnvoll. Im Fokus stehen dabei vor allem die Innovatoren und frühen Übernehmer einer Technologie. Die Ausbreitung von Netzwerken lässt sich mit Ansätzen der Diffusionstheorie verknüpfen, die aufgrund von Effekten der Innovation und Imitation einer Technologie einen S-förmigen Verlauf unterstellen. Wird der Tipping Point nicht erreicht, kommt es zu technologischen Flops. Zweiseitige Märkte basieren ganz wesentlich auf indirekten Netzeffekten. Hier muss ein Intermediär (z. B. eine Auktionsplattform) zwei Marktseiten (Käufer, Verkäufer) ansprechen und zufrieden stellen, wenn sich der Markt stabil positiv entwickeln soll.

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Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule Bonn-Rhein-SiegSankt AugustinDeutschland

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