Digitale Güter

Chapter
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Digitale Güter sind immaterielle Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, die aus Binärdaten bestehen und sich mit Hilfe von Informationssystemen entwickeln, vertreiben oder anwenden lassen. Ein Informationsgut ist ein digitales Gut, das an ein Trägermedium gebunden ist und aus einer inhaltlich definierten Menge an Daten besteht, die von Wirtschaftssubjekten als nützlich vermutet wird. Digitale Güter und Informationsgüter unterliegen aufgrund ihrer Eigenschaften im Vergleich zu materiellen Gütern deutlich anderen Bedingungen in der Produktion und im Vertrieb. Die schnellste Verbreitung kann ein Gut im Internet dadurch erreichen, dass es der Anbieter kostenlos abgibt. Diese Strategie des Verschenkens von Gütern im Internet wird als Follow the Free Pricing bezeichnet. Die kostenlose Abgabe von Gütern zielt nicht nur auf den Aufbau von kritischer Masse und Kundenbindung, sondern auch auf die Erzielung von Aufmerksamkeit (z. B. kostenlose Abgabe von neuer Musik oder Auszügen aus Büchern). Hintergrund ist die zunehmende Reizüberflutung und die Informationsvielfalt auf elektronischen Märkten. Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit, einigen Informationen vor anderen den Vorzug in der Verarbeitung zu geben. In der Medienwelt des Web 2.0 liefern soziale Netzwerke und Plattformen selbst Inhalte, stellen sie dem Mediensektor zur Verfügung und werden von diesem wiederum selektiert. Die Kommunikationsformen im Internet werden dadurch reichhaltiger. Die veränderten Kommunikationsformen und die einfachen Möglichkeiten der Reproduktion digitaler Güter erfordern von den Unternehmen geeignete Preisstrategien, wenn hinreichende Erlöse erzielt werden sollen. Dazu zählen z. B. die Erzeugung von Netzwerk- und Lock-In Effekten, die Preisdifferenzierung und Produktbündelung oder optimierte Abrechnungsverfahren.

Literatur

  1. Anderson C (2008) Why $00 is the future of business. Issue March, S. 140–149. http://www.wired.com/techbiz/it/magazine/16-03/ff_free?currentPage=all. Zugegriffen: 17. Nov. 2012
  2. Andersen C (2009) Free: the future of a radical price. Hyperion, New YorkGoogle Scholar
  3. Choi S, Stahl D, Whinston AB (1997) The economics of electronic commerce. Macmillan Computer Publishing, IndianapolisGoogle Scholar
  4. Goldhaber MH (1997) Attention shoppers! The currency of the new economy won’t be money but attention. In: Wired, Vol. 5, Dec, S. 182–190Google Scholar
  5. Illik JA (1999) Electronic Commerce. Grundlagen und Technik für die Erschließung elektronischer Märkte. Oldenbourg, MünchenGoogle Scholar
  6. Invanov A, Mertgen A (2003/2004) Die Internet-Suchmaschine Google. Warum ist Google so erfolgreich? Technische und ökonomische Hintergründe bei der Entwicklung von Google. TU Berlin. http://ig.cs.tu-berlin.de/oldstatic/w2003/ir1/uebref/IvanovMertgen-Referat-G7-012004.pdf. Zugegriffen: 17. Sept. 2012
  7. Kaumanns R, Siegenheim V (2007) Die Google-Ökonomie. Wie Google die Wirtschaft verändert. Books on Demand, NorderstedtGoogle Scholar
  8. Klein R, Steinhardt C (2008) Revenue Management. Grundlagen und mathematische Methoden. Springer, BerlinGoogle Scholar
  9. Krcmar H (2010) Informationsmanagement. 5. Aufl. Springer, HeidelbergGoogle Scholar
  10. Linde F (2005) Ökonomie der Information. Universitätsverlag, GöttingenGoogle Scholar
  11. Linde F (2009) Ökonomische Besonderheiten von Informationsgütern. In: Linde F, Keuper F, Neumann F (Hrsg) Wissens- und Informationsmanagement. Strategie – Organisation – Prozesse. Gabler, Wiesbaden, S. 291–320Google Scholar
  12. Multer T (2007) Das adaptive Gehirn. Über Bewegung, Bewusstsein und Verhalten, 3. Aufl. Georg Thieme, AntwerpenGoogle Scholar
  13. Perez S (2009) The state of the smartphone: iPhone is way, way ahead. http://readwrite.com/2009/04/20/the_state_of_the_smartphone_iphone_is_way_way_ahea. Zugegriffen: 21. Okt. 2012
  14. Pietsch T, Martiny L, Klotz M (1998) Strategisches Informationsmanagement. Bedeutung und organisatorische Umsetzung, 3. Aufl. Erich Schmidt, BerlinGoogle Scholar
  15. Püttmann M (2011) Produktbündelung als strategisches Instrument im Wettbewerb: Eine wissenschaftliche Analyse. VDM Verlag, SaarbrückenGoogle Scholar
  16. Rehäuser J, Krcmar H (1996) Wissensmanagement in Unternehmen. In: Schreyögg G, Conrad P (Hrsg) Managementforschung 6: Wissensmanagement. de Gryuter, Berlin, S. 1–40Google Scholar
  17. Rice RE (1992) Task analysability, use of new media, and effectiveness: a multi-site exploration of media richness. Organization Science 3(4):475–500CrossRefGoogle Scholar
  18. Scheer C, Loos P (2002) Internetbasierte Geschäftsmodelle. Neue Möglichkeiten der Wertschöpfungsorgani-sation in der Internet-Ökonomie. In: Dangelmaier W, Emmrich A, Kaschula D (Hrsg) Modelle im E-Business. ALB-HNI-Verlag, Paderborn, S. 27–38Google Scholar
  19. Schumann M, Hess T (2002) Grundfragen der Medienwirtschaft, 2. Aufl. Springer, BerlinGoogle Scholar
  20. Skiera B, Spann M (2002) Preisdifferenzierung im Internet. In: Schögel M, Tomczak T, Belz C (Hrsg) Roadmap to E-business – Wie Unternehmen das Internet erfolgreich nutzen. Thexis, St. Gallen, S. 270–284Google Scholar
  21. Spann S, Mang S (2007) Versioning. In Albers S, Hermann A (Hrsg) Handbuch Produktmanagement. Strategieentwicklung – Produktplanung – Organisation – Kontrolle, 3. Aufl. Gabler, Wiesbaden, S. 681–698Google Scholar
  22. Stahl F (2006) Paid content. Strategien zur Preisgestaltung beim elektronischen Handel mit digitalen Inhalten. Deutscher Universitäts-Verlag, WiesbadenGoogle Scholar
  23. Stahl F, Heitmann M (2006) Digitale Produkte richtig verkaufen. In: Harvard Business Manager, 8, S. 2–5Google Scholar
  24. Varian H (2004) Grundzüge der Mikroökonomik, 6. Aufl. Oldenbourg, MünchenGoogle Scholar
  25. Weiss M (2009) Freeconomics. Märke sind keine Nullsummenspiele. http://netzwertig.com/2009/04/21/freeconomics-maerkte-sind-keine-nullsummenspiele/. Zugegriffen: 20. Jan. 2013
  26. Wendt O (1998) Yield management: Preistheorie zur Koordination der Informationswirtschaft?, IWI, Frankfurt/Main. http://www.wiiw.de/publikationen/YieldManagementPreistheoriezu928.pdf. Zugegriffen: 18. Dez. 2012
  27. Will A (2011) Vorlesung Medienmanagement I. Kapitel 4c; Universität Ilmenau. http://www.tuilmenau.de/uploads/media/MM_I_Kapitel_4c_1.pdf. Zugegriffen: 18. Aug. 2012

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule Bonn-Rhein-SiegSankt AugustinDeutschland

Personalised recommendations