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Einleitung: Grundlegende Begriffe und Messprozesse

  • Clemens Kuhn-Rahloff
Chapter

Zusammenfassung

Die akustische Wirklichkeit plausibel oder authentisch reproduzieren zu können, ist schon seit Beginn der Schallaufzeichnung eine der wichtigsten Triebkräfte der technologischen Medienentwicklung gewesen – ein Ziel, das im Verlauf der Jahrzehnte seit Edisons Phonograph mit stets noch „realitätsgetreueren“ Aufnahme- und Wiedergabeverfahren zu erreichen versucht wurde. Uns stehen heute im Audiobereich hochentwickelte Systeme zur Verfügung, die hinsichtlich ihrer Wiedergabequalität, ihrer Interaktionsmöglichkeiten mit dem Benutzer und ihrer Kraft der Illusion kaum Wünsche offen lassen. Auf den ersten Blick scheint sich die vom Hörer empfundene Wiedergabequalität mit dem technischen Fortschritt über die Jahrzehnte hinweg erhöht zu haben. Auf den zweiten Blick jedoch ist dieser Zusammenhang zwischen Wiedergabetechnik und Qualitätsempfinden nicht so eindeutig: Betrachtet man die audiovisuelle Reproduktion im 20. Jh., so finden sich Kommentare von Zeitzeugen über die „naturgetreue“ Qualität historischer Wiedergabesysteme, deren klangliche Eigenschaften uns heute als Hörer in einer allgegenwärtig medialisierten und digitalisierten Welt allenfalls ein Lächeln entlocken. Das Qualitätsempfinden des Rezipienten hat sich über die Jahre offensichtlich immer wieder dem technischen Fortschritt angepasst: Die Langspielplatte beispielsweise, die noch Anfang der 1980er Jahre als High-Fidelity galt und bald darauf mit dem Einzug der digitalen Klangwiedergabe ins Wohnzimmer bestenfalls als Stilträger unter Audioenthusiasten gehandelt wurde, ist nur ein Beispiel dafür, wie sich Hörgewohnheiten mit der technischen Entwicklung verändern.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2012

Authors and Affiliations

  1. 1.Institute for Computer Music and Sound TechnologyZürcher Hochschule der KünsteZürichSchweiz

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